Kommentar Manuela Harant zur Sterblichkeit der Olympiasieger

Ursachen eliminieren

  • Manuela Harant Foto: Volkmar Könneke
Übersterblichkeit ist das neue Schlagwort der Corona-Krise. Bringt sie doch die Kernfrage auf den Punkt, auf die alles Handeln gegen die Ausbreitung des Virus ausgerichtet ist: Würden hierzulande deutlich mehr Menschen sterben als in einer normalen Grippesaison, wenn man das Virus einfach so laufen ließe?

Dass diese Frage etwas modifiziert auch im Leistungssport gestellt werden muss, zeigt die Studie der Hochschule Koblenz. Und zwar: Verkürzen die Bedingungen, unter denen Leistungssportler ihren Traum von einer Olympiateilnahme wahr machen, zugleich auch deren Leben? Die Datenlage ist zu eindeutig, um darüber hinwegzusehen, dass eine Goldmedaille bei Olympischen Spielen mit Lebenszeit bezahlt wird – aus welchen Gründen auch immer.

Aber genau diese Gründe gilt es zu eliminieren, um die Übersterblichkeit eines Leistungs- gegenüber eines Breitensportlers auszuschließen. Die Ursachensuche dürfte sich angesichts der vielfältigen Ansätze von Trainingsbelastung bis Leistungsdruck aufwändig gestalten. Doch wir sind es den künftigen Generationen von Athleten schuldig, die ebenso unter höchstem Aufwand für ihren Traum kämpfen, dass dieser im Nachhinein nicht zum Albtraum wird.
© Südwest Presse 19.05.2020 07:45
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