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Mit Verstand viel erreicht

In Ebnat und Waldhausen kehrt in den meisten Betrieben langsam das gewohnte Geschäftsleben zurück, wenn auch unter den neuen Hygieneverordnungen.
  • Noch schnell die Maske aufgesetzt und dann hinein: Für die Nahversorgung ist der Ebnater Dorfladen wichtig. Foto: mj
  • Auf der Deutschordenstraße in Waldhausen, wo die meisten Geschäfte sind, zeigt sich endlich wieder mehr Leben. Foto: mj

Aalen-Ebnat & Aalen-Waldhausen. „Ebnat war nie weg“, sagt Ortsvorsteher Manfred Traub. Er beschreibt die Situation in den Corona-Zeiten als angepasst. „Die Ebnater reagieren mit Verstand“, lobt er die Einwohner. Der Verkehr werde anders gelenkt, das Warten vor den Läden sei ungewohnt, aber niemand beschwere sich.

Einige Betriebe erleiden herbe Einbußen

Da viele Betriebe in Ebnat in der Industrie beheimatet sind, war das Gewerbe in Ebnat nicht so stark in Mitleidenschaft gezogen. „Einige hat es dennoch schwer erwischt“, sagt Traub. Den örtlichen Busdienstleister zum Beispiel. Für ihn gibt es wenig Alternativen. Auch die Friseure, die, im Gegensatz zum Busunternehmer jetzt wieder arbeiten dürfen. Nicht zu vergessen die Gastronomie, die sich mit Lieferservice und Außer-Haus-Angeboten durchschlägt.

Das bestätigt auch Daniela Weber, die Vorsitzende des Handels- und Gewerbevereins Ebnat. „Viele der Betriebe haben vor den kommenden Monaten Angst“, sagt sie. Dann nämlich, wenn die Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit sich auf das Handwerk durchschlagen und weniger gebaut und renoviert wird.

HGV-Mitgliederbetriebe sollen entlastet werden

In mehreren Videokonferenzen hat der HGV verschiedene Maßnahmen für seine Mitglieder beschlossen. „Wir werden die Mitgliederbeiträge für das Jahr 2020 aussetzen“, sagt Weber. Ebenfalls werden durch den Verein die Weihnachtsanzeigen der Mitgliedsfirmen übernommen. Dieser Schritt soll die Betriebe erst einmal ein wenig entlasten.

Ingrid Huhnke, zweite Vorsitzende des Handels- und Gewerbevereins Waldhausen, ist froh, dass die Beschränkungen gelockert werden. Selbst ist sie Inhaberin eines Frisiersalons, der nun wieder geöffnet ist. „Wir sind alle froh, wieder für unsere Kunden da sein zu können“, sagt sie. Auch in Waldhausen hat der Lockdown den einen oder anderen Betrieb erschüttert, aber nicht ins Wanken gebracht.

Vereine stark betroffen

Stark betroffen sind in beiden Teilorten die Vereine. Hier greifen die Regularien des Landes, um die Vereine zu unterstützen. Die Bevölkerung in den Teilorten auf dem Härtsfeld hat die Anordnungen zur Corona-Verordnung gut gehändelt. Es wurde auf den richtigen Abstand geachtet, Mundschutz getragen und keine Zusammenkünfte abgehalten.

Zum Schluss hat Traub noch ein Lob für seine Mitbürger: „Die Ebnater haben mit Verstand vieles erreicht. Sie neigen nicht zur Panik.“ Darum ist es in Ebnat und Waldhausen so lebenswert. mj

© Schwäbische Post 19.05.2020 15:22
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