Geistliches Wort in der Corona-Krise

Brückentag im doppelten Sinn

Aalen. Am Donnerstag ist Christi Himmelfahrt. Ein Brückentag. Unter normalen Umständen nutzen ihn viele für ein verlängertes Wochenende. Aber auch in christlicher Perspektive ist Christi Himmelfahrt ein Brückentag. Ein Tag, der Ostern und Pfingsten miteinander verbindet. War Gott in Jesus bis zu dessen Tod noch leiblich gegenwärtig, so beginnt mit der Auferstehung ein neuer Weg. Jesus entzieht sich mehr und mehr und verspricht doch, mit seinem Geist gegenwärtig zu bleiben. Dieses Kommen des Geistes feiern wir an Pfingsten. Etwas zugespitzt kann man sagen: Erst indem sich Jesus leiblich entzieht, kann er überall gegenwärtig sein. Erst durch seine „Himmelfahrt“ kann er im Geist an jedem Ort dieser Welt „da sein“. Ohne Pfingsten wäre Himmelfahrt daher unvollständig. Erst durch Pfingsten bekommt es seine Bedeutung. Jesus entzieht sich, um wieder ganz neu bei uns zu sein - im Glauben, in der Schrift, im Sakrament. Ein scheinbarer Widerspruch. Ein Geheimnis des Glaubens.

Pfarrer Steffen Schmid
Evangelische Kirchengemeinde
Bopfingen

© Schwäbische Post 19.05.2020 22:22
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