Kritik an Plänen zur Lohnfortzahlung

Sozialverband VdK fordert Ausweitung des Anspruchs auf 80 Prozent des Nettoeinkommens.
Der Sozialverband VdK hat die vom Bundeskabinett beschlossene Regelung zur Lohnfortzahlung für Eltern als unzureichend kritisiert. VdK-Präsidentin Verena Bentele forderte, dass der Anspruch auf 80 Prozent des entgangenen Nettolohns erhöht werden müsse.

Die Bundesregierung plant zwar, dass das Geld künftig bis zu zehn Wochen pro Elternteil bezahlt wird, für Alleinerziehende 20 Wochen. Bisher waren es sechs. An der bisherigen Höhe – 67 Prozent des Nettolohns – will die große Koalition allerdings nichts ändern. Auch soll das Geld weiterhin nur bis zu einer Einkommensobergrenze von 2016 Euro netto gezahlt werden.

Die Lohnfortzahlung betrifft Eltern von Kindern unter zwölf Jahren, die ihren Nachwuchs wegen der Corona-bedingten Kita- und Schulbeschränkungen zu Hause betreuen müssen und deshalb nicht zur Arbeit gehen können. Die Ausweitung war nötig geworden, weil wegen der Krise der Kita- und Schulbetrieb nur allmählich wieder in Gang kommt. Nach Angaben von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) soll der Anspruch auf Lohnfortzahlung auch tageweise gelten, etwa wenn die Notbetreuung in der Kita nicht an allen Wochentagen zur Verfügung steht. Die Anspruchsdauer verlängert sich dann entsprechend.

Zunächst hatten sich die SPD-Minister Heil und Franziska Giffey (Familie) für die längere Lohnfortzahlung eingesetzt. Zu Beginn dieser Woche folgte dann die Union. Falls Bundestag und Bundesrat der Gesetzesänderung zustimmen, könnte sie Mitte Juni in Kraft treten. mg
© Südwest Presse 22.05.2020 07:45
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