Kommentar Carsten Muth über Manuel Neuers Vertragsverlängerung

Logische Entscheidung

  • Carsten Muth. Foto: Volkmar Könneke
Nun also doch: Manuel Neuer bleibt Torwart des FC Bayern – und ziemlich sicher auch dessen Nummer eins. Es mag sein, dass sich der Nationalkeeper und sein Klub um Vertragsdauer und Gehalt gestritten haben, die Beziehung gelitten hat. Am Ende aber hatten beide Seiten keine andere Wahl. Schließlich wissen die Bayern nur zu gut, dass sie auf Sicht keinen besseren Ballfänger und elften Feldspieler bekommen.

Neuer ist, ganz nüchtern betrachtet, in die Jahre gekommen. Er ist inzwischen 34. Womit man als Profifußballer dem jugendlichen Alter längst entwachsen ist. Doch Alter hin oder her: Nichts spricht dagegen, das der Kapitän noch einige Jahre auf internationalem Top-Niveau drauf hat. Zumal der frühere Schalker Junge Habitus und Selbstbewusstsein der Bayern längst verinnerlicht hat – und dem Klub viel zu verdanken. Denn die Münchner haben Neuer zu einer Weltkarriere verholfen. Als Bayern-Spieler ist der 1,93 Meter große Schlussmann Meister, Pokalsieger, Champions-League-Gewinner, Kapitän der DFB-Elf, Welttorhüter und nicht zuletzt Weltmeister geworden.

Heißt für den als Irgendwann-Neuer-Nachfolger verpflichteten Alexander Nübel: Er muss warten. Die Münchner sind gut beraten, den 23-Jährigen auszuleihen. Nübel wiederum sollte sich darauf einlassen. Als Bankdrücker wird seine nach einigen Patzern bei Schalke ohnehin ins Stocken geratene sportliche Entwicklung erheblich Schaden nehmen.
© Südwest Presse 22.05.2020 07:45
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