Wildnis – auch in Deutschland

Wo Deutschland noch wild und unberührt ist.
  • Im Sattel unterwegs am Christlesee, einem Anlaufpunkt entlang des Iller-Radwegs. Foto: Gert Krautbauer/Bayern.by/dpa

Auch die Heimat kann schön sein: In diesem Jahr dürften viele Deutsche ihren Sommerurlaub im eigenen Land verbringen. Angesichts einer schwelenden Pandemie aber eher nicht in trubeligen Städten und Eventhallen, sondern abseits der Massen.

Deutschland hat zum Glück so einige Regionen zu bieten, die wild und ursprünglich oder besonders einsam sind – oder gleich beides. Eine Auswahl zwischen Nordsee und Alpen, zwischen Eifel und Lausitz.

BAYERN

Mit dem Fahrrad durch
das Allgäu

Auf dem Rad reist man in seinem ganz eigenen Tempo - zum Beispiel auf dem Iller-Radweg entlang des gleichnamigen Flusses. Die Route führt über 146 Kilometer vom bayerischen Oberstdorf im Allgäu bis nach Ulm, wo die Iller in die Donau mündet - die Stadt mit dem berühmten Ulmer Münster liegt schon in Baden-Württemberg. Wenn unterwegs der Schweiß läuft, können sich Radwanderer direkt in der Iller abkühlen.

BRANDENBURG

An der Flussaue

Freunde des deutschen Waldes werden in der Uckermark ihre Freude haben. Der idyllische Buchenwald Grumsin im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin zählt zum Unesco-Weltnaturerbe. Eine geschützte Flussaue hat Brandenburg im Nationalpark Unteres Odertal zu bieten, wo sich viele Wasservogelarten zeigen.

BADEN-WÜRTTEMBERG

Kahnfahrten und Mammutbäume

Erkundungen zu Wasser können Ausflügler im Naturschutzgebiet Taubergießen unternehmen. Im traditionellen Stocherkahn geht es durch die verwunschene Auenlandschaft am südlichen Oberrhein. Wer sich mit Vögeln auskennt, kann hier vielfältigsten Stimmen lauschen. Und vielleicht lässt sich sogar ein seltener Sumpfbiber erspähen.

NORDRHEIN-WESTFALEN

Besuch bei den Wildpferden

Mit einer „Oase im Alltag“ wirbt die Touristikzentrale Paderborner Land, wenn es um die Moosheide geht. Das Naturschutzgebiet in der Senne in Ostwestfalen sei eher noch weniger bekannt. Es liegt in der Region des Teutoburger Walds unweit der Grenze zu Niedersachsen, dort entspringt auch die Ems. Das besondere Highlight der Moosheide hat jedoch Hufe - dort lebt die älteste Pferderasse Deutschlands, die Senner Wildpferde.

NIEDERSACHSEN

Naturerlebnisse bis zu den Wurzeln

Aktivurlaub in der Natur ist nicht nur im Harz oder Erzgebirge angesagt, sondern zum Beispiel auch im Weserbergland. Dort wartet der Naturpark Solling-Vogler auf Wanderer und Erholungsbedürftige. Gäste können einen 40 Meter hohen „Klimaturm“ im Wald erklimmen, während eine Erdhöhle den Blick auf Baumwurzeln freigibt.

THÜRINGEN

Flussromantik pur

Wer gerne am Wasser ist, der dürfte auch den Naturpark Thüringer Schiefergebirge-Obere Saale mögen. Entlang der Saale, an Stauseen und auf Höhenzügen lässt sich hier die Natur genießen. Der Hohenwarte-Stausee mit seiner 412 Meter breiten Mauer ist der viertgrößte Deutschlands. In den Wäldern leben zum Beispiel Tiere wie Feuersalamander, Rauhfußkauz und Schwarzstorch. dpa

© Schwäbische Post 22.05.2020 14:10
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