Nur wenige Teilnehmer bei Demos

Gegen die Beschränkungen gehen weniger Menschen auf die Straße als von den Veranstaltern erwartet.
  • Mit einer Fahrrad-Kundgebung ging das Demo-Wochenende los. Foto: Gregor Bauernfeind/dpa
Bei mehreren Demonstrationen gegen die Einschränkungen in der Corona-Krise sind am Wochenende deutlich weniger Teilnehmer auf die Straße gegangen als von den Veranstaltern erwartet. An einem Protestzug zum Cannstatter Wasen in Stuttgart nahmen mehrere Dutzend Menschen teil, auf dem Wasen selbst kamen weitere hinzu. Auf dem Areal hatten vor einer Woche noch rund 5000 Menschen am Protest eines anderen Veranstalters teilgenommen. Ebenfalls am Samstag demonstrierten der DGB, mehrere Privatpersonen, eine kirchlichen Gruppe und die Umweltschutzorganisation Greenpeace. Es sei „alles recht ruhig und unauffällig“ gewesen, sagte eine Sprecherin der Stadt.

Auch in Karlsruhe, Pforzheim, Ettlingen oder Offenburg, Ulm oder Schwäbisch Gmünd waren Proteste und Gegendemonstrationen angemeldet. In Singen am Hohentwiel meldete die Polizei 50 Teilnehmer, in Villingen rund 150 und in Konstanz etwa 80.

Den Anfang des Demo-Wochenendes hatte am Freitagabend die „Initiative Querdenken 711“ mit einem kleinen Fahrradaufzug aus der Stuttgarter Innenstadt auf den Wasen gemacht. Daran hatten etwas mehr als 20 Menschen teilgenommen. Angemeldet waren nach Stadt-Angaben auch hier rund 500 Teilnehmer.

AfD-Kundegebung doch erlaubt

Auch die AfD demonstrierte in Stuttgart gegen die Beschränkungen. Die Stadt hatte den Protest am Sonntag ursprünglich verboten, doch der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg gab einer Beschwerde der AfD gegen das Verbot in Teilen statt, setzte aber strenge Auflagen fest. Unter anderem durften nur bis zu 100 Menschen teilnehmen. Trotz zahlreicher lautstarker Gegendemonstranten verlief die Kundgebung friedlich. Auf dem weiträumig von der Polizei gesicherten Platz warf die AfD-Landesvorsitzende Alice Weidel der Bundesregierung vor, aus allen Kritikern Verschwörungsanhänger zu machen.

Innenminister Thomas Strobl warnte indes davor, dass Rechtsextremisten versuchten, die Proteste für sich zu nutzen. Die Gefahr besteht zweifellos“, sagte der CDU-Politiker den „Badischen Neuesten Nachrichten“. dpa
© Südwest Presse 25.05.2020 07:45
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