ADAC kritisiert temporäre Radwege

  • Der ADAC warnt davor, Pop-up-Radwege zu installieren. Foto: Gregor Bauernfeind/dpa
Der Regionalchef des ADAC Württemberg, Dieter Roßkopf, kritisiert die Installation von temporären Radwegen an Hauptverkehrsstraßen in Stuttgart. Die Stadt plant als erste Kommune im Südwesten zwei solcher Wege. Die Ausnahmesituation durch Corona dürfe nicht als Maßstab für die künftige Verkehrsentwicklung hergenommen werden. Eine dauerhafte Umverteilung des Verkehrsraums lasse sich damit nicht rechtfertigen. Stattdessen brauche es Extraradwege auf Nebenstraßen. Roßkopf: „Gebt endlich Geld aus für gescheite Fahrradwege.“ dpa
© Südwest Presse 25.05.2020 07:45
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Martin Rust

Hallo ADAC, viele Menschen, die jetzt wegen der Infektionsgefahr den ÖPNV vermeiden wollen, brauchen _jetzt_ eine Alternative, nicht erst dann, wenn alle lange Planungen für neue Asphaltbänder durchlaufen sind.

In Stuttgart sieht man, für wieviele Menschen das Fahrrad die beste Alternative ist, an den Allzeitrekorden der Fahrradzählanlagen jetzt im Mai, an dem mit Fußgängern und Radfahrern vollen Wegen im Schlosspark, und an den Rekordumsätzen der Fahrradläden.

Und es wäre noch Potential für viel mehr - wenn nicht viele Leute es aus Angst vor dem Verkehr sein lassen würden.

Auf einer Fahrspur können, auch mit Corona-Abstand, locker zehnmal soviel Fahrräder als Pkw fahren. Die Rechnung ist einfach: Überall ausreichend Straßenraum für Fahrräder macht Autofahrer zu Radfahrern, reduziert somit den Autoverkehr auf den verbleibenden Kfz-Spuren und bedeutet somit schnelleres Vorankommen für alle, auch für die, die, aus welchen Gründen auch immer, aufs Auto angewiesen sind.

Wenn alle, die jetzt vom ÖPNV umsteigen, aufs Auto umsteigen, bekämen wir ein unlösbares Stauproblem. In Berlin hat man gesehen, dass es anders geht und sich ein adäquates Radwegenetz auch in Deutschland in wenigen Wochen realisieren lässt.

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