Guten Morgen

Bitte wieder wie in alten Zeiten

Andrea Hafner wünscht sich etwas, das von Herzen kommt.

Benimmregeln sind Umgangsformen und helfen uns beim Umgang mit anderen Menschen. Für all diejenigen, die sich damit schwer tun, hat Adolph Freiherr von Knigge wertvolle Tipps in seinem Buch „Im Umgang mit Menschen“. Das Wünschen von Gesundheit kommt eigentlich aus dem Mittelalter und ist während der Zeit der Pest entstanden. Vor gut zehn Jahren meinte man dann, man müsse das Wünschen von „Gesundheit“ streichen, und der Nieser hätte sich zu entschuldigen. Heute hat sich das allerdings wieder deutlich gelockert. Das Wünschen von „Gesundheit“ ist definitiv wieder angebracht – wenn es denn von Herzen kommt. Denn man fühlt sich ja fast schon aussätzig, wenn man in diesen Corona-Tagen in der Öffentlichkeit niesen muss! Obwohl man dies dezent, in die Armbeuge, versteckt in der Ecke, so leise wie möglich tut, erntet man teilweise Blicke seiner Mitmenschen, die von Mitleid über Angst bis hin zu Abscheu reichen! Ein kleines „Gesundheit“, wie in alten Zeiten, wäre schön! In diesem Sinne: Bleiben Sie gesund!

© Schwäbische Post 25.05.2020 20:28
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webinger

„Vor gut zehn Jahren meinte man dann, …“ Ich bin alt genug – und das Gedächtnis leistet’s noch – für den Rückblick, dass der deutsche Tanzlehrerverband (damals wurde noch nicht zwanghaft gegendert) schon vor über 60 Jahren periodisch mit der dringlichen Empfehlung kam, das Niesen des Mitmenschen einfach zu ignorieren. Eigentlich folgerichtig, schließlich ignoriert der wohlerzogene Bürger ja auch, wenn dem Gegenüber mal ein ungewollter Pups entfleucht. Tanzschulen gaben damals noch Benimmregeln weiter, wenn die Schüler offensichtliche Defizite zeigten – beim Thema „Gesundheit“ ohne erkennbaren Erfolg.

Mit dem Verzicht auf das Nies-Gesundheit hätte man sich dem Ausland angliedern können, wo man sich beim Zuprosten sehr häufig Gesundheit wünscht: salute, santé, salud, na zdralvje, на здорове, na zdraví – und in Schweiz/Österreich/Südtirol eben auch: G’sundheit. Aber warum soll man in Deutschland nicht auch seine Eigenheiten haben dürfen?

Gruß, R. Webinger

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