Corona Deutschland aktuell

Deutsche Bahn baut Angebot aus

Staatskonzern verzeichnet immer mehr Fahrgäste. Die veränderte Bahn-App zeigt volle Züge an.
  • Die Bahn erweitert ihr Angebot – mit Schutzmaßnahmen. Foto: Peter Steffen/dpa
Die Deutsche Bahn hat in den vergangenen Tagen einen deutlichen Zuwachs an Fahrgästen verzeichnet. „Wir sind weit davon entfernt, eine Nachfragesituation zu haben wie vor Corona. Doch in den letzten Tagen ging die Nachfrage kontinuierlich nach oben“, sagte Personenverkehrsvorstand Berthold Huber.

Derzeit liegt die Zahl der Buchungen bei 50 Prozent des Vorjahresniveaus. Wegen des Corona-Lockdowns war sie um 90 Prozent eingebrochen. Um die steigende Nachfrage zu bedienen, baut der Konzern das Angebot im Fernverkehr aus. Außerdem ist eine Änderung der Bahn-App geplant, die Kunden vor vollen Zügen warnen soll.

Über das Pfingstwochenende will die Bahn die touristischen Verbindungen in die Berge und an die Ost- und Nordsee hochfahren. Auch auf den hochfrequentierten Verbindungen vom Ruhrgebiet in den Süden wird mehr Kapazität geschaffen. Dort wird es doppelt so viele Sitzplätze wie bisher geben.

Nach und nach soll auch das internationale Angebot hochgefahren werden. Huber sagte, bis Mitte Juni sollten alle europäischen Länder an das Netz angeschlossen werden.

Um das Gesundheitsrisiko zu minimieren, setze die Bahn auf gründliche Hygiene. „Im Durchschnitt werden die Züge unterwegs zweimal pro Tag gereinigt“, sagte Huber. Außerdem riefen die Schaffner die Kunden dazu auf, möglichst am Fenster zu sitzen.

Doch damit nicht genug: Die Bahn hat die App und den Internetauftritt so umprogrammiert, dass fortan zu 50 Prozent gebuchte Züge als voll ausgelastet angezeigt werden. Die Kunden sollen die Möglichkeit bekommen, auf eine weniger frequentierte Verbindung umzusteigen. Der Staatskonzern will damit verhindern, dass Bahnkunden zu dicht gedrängt reisen.

Eine Reservierungspflicht, die Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) ins Spiel gebracht hatte, wird es nicht geben. Dagegen sprach sich Personenverkehrsvorstand Huber aus. Diese würde dem System die Flexibilität nehmen, die es gerade in Corona-Zeiten brauche. Dorothee Torebko

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© Südwest Presse 26.05.2020 07:45
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