Sonderedition an mehreren Schauplätzen

In Frankfurt soll in diesem Jahr einiges anders werden als bisher: Anmeldungen, breitere Gänge und Hygieneregeln.
  • Ein Gedränge soll es auf der Buchmesse 2020 nicht geben. Foto: Jens Kalaene/dpa
„Unsere Gesellschaft braucht Bücher, den Kulturdialog und die lebendige Debatte in dieser Zeit mehr denn je“, sagt Karin Schmidt-Friderichs, die Vorsteherin des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. Sie vertritt Verlage und Buchhändler. Und, ja: Die Frankfurter Buchmesse soll in diesem Herbst trotz der Corona-Pandemie stattfinden. Das hat der Aufsichtsrat der Buchmesse entschieden. Aber sie wird anders aussehen als bisher und vom 14. bis 18. Oktober auf dem Messegelände, dezentral in der Stadt und gleichzeitig virtuell stattfinden. Buchmesse-Direktor Juergen Boos: Die Buchmesse 2020 sei „coronabedingt eine Sonderedition“.

Zuletzt waren mehr als 300 000 Besucher und 7500 Aussteller aus mehr als 100 Ländern in den Messehallen. Menschentrauben warteten auf Lesungen und Signierstunden. Die Liste der Veranstaltungen war dick wie ein Buch. Das wird in diesem Jahr wohl nicht so sein. Der „aktuelle Planungstand“ Ende Mai sieht so aus: Die Stände sind größer und die Gänge breiter. Es gibt keine großen Bühnen, solche Angebote werden im Internet oder an anderen Orten veranstaltet. Die Buchmesse trotz Corona durchzuführen, sei „eine mutige und wegweisende Entscheidung“, sagt Karin Schmidt-Friderichs.

Die Zahl der Besucher wird begrenzt. Auf wie viele, hängt von der belegten Gesamtfläche ab. Am Wochenende soll sogar das Lesepublikum willkommen sein. Der Einlass soll kontaktlos erfolgen „nach Vorabregistrierung und Selbstauskunft über den Gesundheitszustand“. Für Besucher, Aussteller und Mitarbeiter werde es ein Hygienekonzept geben.

Es werden wohl weniger internationale Gäste da sein: Wer kommen darf, ist auch abhängig von den Reisebeschränkungen. Wie der Auftritt des Ehrengasts Kanada aussehen wird, ist noch nicht entschieden. Unter dem Motto „Singular Plurality“ will das Land vor allem die Mehrsprachigkeit seiner Literatur herausstellen.

Frankfurt will Orte in der Stadt zur Verfügung stellen, um die Messe zu entzerren. Mit zusätzlicher Standfläche soll mehr Platz zwischen den Ausstellern geschaffen werden. dpa
© Südwest Presse 29.05.2020 07:45
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