Bissige Biester

  • Dinosaurier haben sich offenbar gegenseitig beseitigt. Foto: © metha1819/shutterstock.com
Wenn der kleine Hunger kam , war es vor hunderten Millionen Jahren meistens leicht, einen Snack zu ergattern. Die riesigen Pflanzenfresser unter den Dinosauriern – manche 30 Meter lang – waren für deren fleischfressende Brüder und Schwestern nicht zu übersehen. Und weil die mümmelnden Vegetarier wegen ihres tonnenschweren Gewichts schlecht wegrennen konnten, erwiesen sie sich als leichte Beute. Als sie verhungerten, weil durch die Verdunklung der Atmosphäre nach einem Meteoriteneinschlag zu wenig Pflanzen wuchsen, verloren auch die Fleischfresser ihre Nahrung und starben aus. So lautet die bisherige Theorie.

Vielleicht ging es aus einem anderen Grund noch schneller. Wie ein US-Forscherteam nämlich jetzt ermittelt hat, gingen die Fleischfresser untereinander gern mal aufeinander los, wenn gerade kein prähistorischer Big Mac zur Hand war. Zahnabdrücke an Knochen sind der steinerne Beweis dafür. Und das spielte sich beileibe nicht erst ab, als zum Ende der Dinosaurierzeit vor 66 Millionen Jahren die Pflanzenfresser ausstarben. Schon knapp 100 Millionen Jahre ältere Knochen zeigen, wie die Fleischfresser ihren kannibalistischen Trieben frönten.

Das Muster hat sich bis heute erhalten. Bei manchen Haiarten findet man es, bei Schlangen, bei der Aga-Kröte – und manchmal in der Politik. Wichtig ist allerdings, dass hinterher noch einer übrigbleibt. Sonst endet man wie die Dinos. Stefan Kegel
© Südwest Presse 29.05.2020 07:45
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