Kommentar Mathias Puddig zu Öffnungen von Schulen und Kitas

Öffnen allein reicht nicht

  • Mathias Puddig Foto: Thomas Köhler/photothek.net
Keine Frage: Es ist gut, dass Kinder und Jugendliche jetzt nach und nach in die Schulen zurückkehren können. Mit den Schulöffnungen bleibt zwar ein Risiko verbunden. Mittlerweile wissen wir aber mehr über das Virus. Das Risiko ist – darauf deuten immer mehr Untersuchungen hin – zumindest einigermaßen überschaubar. Viele Kinder und Jugendliche werden sich freuen, ihre Freunde wiederzusehen. Viele Eltern werden erleichtert sein, wenigstens stundenweise die Betreuung abgenommen zu bekommen. Allein: Es wird nicht reichen, die Schultüren einfach wieder aufzuschließen.

Denn auch das, was jetzt kommt, ist keine Normalität. Die Schulen stehen vor gigantischen Aufgaben: Die Lücken, die Corona gerissen hat, müssen gestopft werden. Der Unterricht muss sowohl digital als auch in Präsenz stattfinden. Dafür müssen alle Kinder mit einem Minimum an Technik ausgestattet werden. Die Lehrpläne müssen entschlackt, die Prüfungsinhalte priorisiert werden. Und das alles muss auch noch möglichst schnell geschehen. Die große Herausforderung fürs Schulsystem beginnt also erst. Da darf sich keiner etwas vormachen.
© Südwest Presse 29.05.2020 07:45
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