Querpass

Der nächste Rekord winkt

  • über den geplatzen Knoten von Dennis Diekmeier. Foto: Volkmar Könneke
26 415 Minuten lang stand der Außenverteidiger Dennis Diekmeier als Profi auf dem Platz, ohne je ein Tor zu schießen. Es war so etwas wie sein Markenzeichen geworden: Fans des HSV und des 1. FC Nürnberg erinnern sich raunend an Gelegenheiten, zu denen der pfeilschnelle Rechtsfuß „beinahe“ traf oder aus aussichtsreicher Position doch nur an Pfosten oder Latte schoss. Den Torlos-Rekord der Bundesliga „knackte“ er bereits 2017, als er Markus Schuler vom Thron der Daneben-Schützen verdrängte.

Nachdem er 2018 auch den ersten HSV-Abstieg mit bewerkstelligte, gab es in der höchsten Spielklasse keine historische Herausforderung mehr für ihn – seither reihte er in Liga zwei für den SV Sandhausen weiter Torlos-Spiele aneinander. Bis, ja, bis am Dienstag das Unglaubliche passierte: Im Spiel in Wiesbaden, dem 294. seiner Profi-Karriere, köpfelte Diekmeier nach einer Ecke den Ball aus kurzer Distanz zum 1:0-Siegtreffer ins Netz. Tatsächlich: drin. Wahnsinn. Der Jubel im Stadion blieb mangels Fans und wegen der DFL-Regeln verhaltener als es der Anlass erfordert hätte, auf sozialen Medien explodierte dafür die Fußball-Blase. Was kann jetzt, da der Knoten geplatzt ist, noch kommen? Diekmeier ist erst 30, hat vieles erlebt, immer alles gegeben. Fürs goldene Abstellgleis in China oder Arabien ist es zu früh. Aber Sandhausen ist noch nie in die erste Liga aufgestiegen...
© Südwest Presse 29.05.2020 07:45
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