Moculescu wettert gegen Ligaverband

Früherer Coach des VfB Friedrichshafen versteht Abwanderungsgedanken des Meisters aus Berlin nach Polen.
  • War von 1997 bis 2016 Trainer des VfB Friedrichshafen: Stelian Moculescu. Foto: Eibner
Der ehemalige Erfolgscoach Stelian Moculescu hat die Volleyball-Bundesliga (VBL) scharf kritisiert. Der 70 Jahre alte Ex-Bundestrainer und langjährige Chefcoach des deutschen Rekordmeisters VfB Friedrichshafen (1997 bis 2016) äußerte sich in einem Interview der „Berliner Zeitung“ zu den möglichen Plänen des deutschen Meisters Berlin Volleys, in der Saison 2021/2022 in der stärker eingeschätzten polnischen Liga mitzuspielen und die Reaktion des Verbandes darauf. „Außer sich zu empören, kann die VBL nichts“, sagte Moculescu. Die Vereine würden immer höhere Beiträge zahlen, aber er sehe den Mehrwert nicht. „Immer feiert die Liga ihre Pläne und glaubt, in irgendeinem Micky-Maus-TV gezeigt zu werden, ist eine große Errungenschaft. Wir sind die einzige Liga, die keinen Ligasponsor hat“, monierte er.

Moculescu kann die Beweggründe der Volleys gut verstehen. „Diesen Gedanken hatte ich auch, als wir mit dem VfB Friedrichshafen so dominant waren. Damals haben wir mit der italienischen Liga gesprochen, und auch Innsbruck wollte nach Italien“, erinnerte er sich.

Überlegungen mit Hintergrund

„Uns geht es gar nicht so sehr um die sportliche Dominanz. Vielmehr treiben uns die Gedanken, unser Niveau insgesamt weiter steigern oder wenigstens halten zu wollen und in einem attraktiven Umfeld wachsen zu können“, hatte Volleys-Geschäftsführer Matthias Klee erklärt. Es seien im Moment aber nur Gedankenspiele. „Wir arbeiten weder gegen die Bundesliga noch ist es unser Ziel, die Liga kaputt zu machen“, hatte er betont, nachdem die Volleyball-Bundesliga ihrerseits klargemacht hatte, was sie von den Ideen aus der Hauptstadt hält. Als „unsolidarisch“ hatte der VBL-Vorsitzende Michael Evers jedenfalls das Verhalten der Berliner gerügt. dpa
© Südwest Presse 29.05.2020 07:45
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