Land am Rand

Mäusejagd im Rathaus

Ein winziges Virus erschwert die Arbeit in einer Stadtverwaltung wie jener in Öhringen bereits seit Wochen. Kaum haben sich die Mitarbeiter von Oberbürgermeister Thilo Michler mit der neuen Situation arrangiert, schon bringen etwas größere Tiere die Bürokraten aus dem Trott. In den Büros gibt es derart viele Mäuse, dass ein Aus- und Umzug notwendig wurde.

Einige Verwalter der Stadt mit 25 000 Einwohnern haben ihre Schreibtische im ehrwürdigen Prinzenbau aus dem Jahr 1812/13. Fachleute sprechen von einem dreigeschossigen Putzbau. Genau dort hauen die Nagetiere auf den Putz. Auch nebenan, im Renaissance-Schloss, fühlen sie sich pudelwohl. Es handle sich eben um „sehr alte und sehr schöne Gebäude“, erklärte Hauptamtsleiter Ulrich Vogtmann. In den denkmalgeschützten Wänden und Böden gebe es „viele Nischen, Ecken und Gänge“. Dort hätten sich „einige Mäusefamilien“ eingenistet. Mucksmäuschenstill sind sie offenbar nicht.

Die niedlichen, aber unerwünschten Nager sind nicht durch gutes Zureden zu vertreiben. Eine Fachfirma habe die Bekämpfung übernommen, verlautet aus dem Rathaus. Derweil sind die betroffenen Amtstuben verwaist. Nach Säuberung und Renovierung wird eine Rückkehr Ende August angepeilt.

Die Rechnungsprüfer und das Einwohnermeldeamt zogen in die neumodischere Stadthalle. Die Wohngeldstelle residiert in einer Villa neben dem einstigen Hoftheater (Baujahr 1743). Hoffentlich machen die Mäuse dort nicht auch so ein Theater wie im Schloss. Hans Georg Frank
© Südwest Presse 29.05.2020 07:45
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