Maklervertrag verlängert sich

Maklerverträge, die nicht rechtzeitig durch den Auftraggeber gekündigt werden, dürfen automatisch verlängert werden. Das gilt zumindest dann, wenn der neue Zeitraum nicht mehr als die Hälfte der ursprünglichen Laufzeit beträgt, entschied der Bundesgerichtshof (BGH). Die automatische Verlängerung erspare beiden Seiten lästige Formalitäten. Und der Kunde könne ja kündigen. In dem Fall hatte die Kreissparkasse Waiblingen dafür eine Frist von vier Wochen vorgesehen. Das fanden die Richter angemessen. Jedoch war die Klausel laut BGH kein wirksamer Vertragsbestandteil, weil sie in einer Anlage versteckt war. Die Sparkasse geht damit leer aus, obwohl sie grundsätzlich im Recht ist.

Der Immobilienverband Deutschland (IVD) begrüßte, dass das Urteil Rechtssicherheit schaffe. Was geht und was nicht, war unter Experten umstritten. Verlängerungs- und Kündigungsklauseln gibt es daher in den unterschiedlichsten Varianten. Der IVD hofft, dass die vom BGH überprüfte Fassung nun Schule macht – also 6 Monate Grundlaufzeit, Verlängerung um jeweils 3 Monate, 4 Wochen Kündigungsfrist. dpa
© Südwest Presse 29.05.2020 07:45
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