Kommentar

Der Blick in die Glaskugel

Gerhard Königer meint, der Kämmerer sprach zu drastisch.

Er werde den Zeigefinger heben, wenn es nötig sein sollte, sagte Stadtkämmerer Joachim Koch, als er sein Amt antrat. Jetzt hat er mit der Faust auf den Tisch gehauen und vehement die Haushaltssperre gefordert. Und das gerade einmal drei Monate nachdem er in den Haushaltsberatungen weitgehend sorglos war. Corona-Krise habe damit nichts zu tun, sagt er, deren Auswirkungen seien noch gar nicht abschätzbar.

Nun ist es gewissermaßen ja die erste Pflicht eines Kämmerers, das öffentliche Geld zusammenzuhalten. Ein Warnschuss zur rechten Zeit steht ihm zu.

Verheerend ist aber, wenn Koch behauptet, nach 2026 sei kein Geld mehr für Hoch- und Tiefbau da. Erstens kann er das nicht wissen, weil völlig unklar ist, wie sich Konjunktur und Gewerbesteuern bis dahin entwickeln. Zweitens entscheidet der Gemeinderat, für was Geld da ist und für was nicht.

Koch macht mit seinen Aussagen Politik und schüttet Wasser auf die Mühlen der Landesgartenschaugegner, die lieber eine neue Stadthalle hätten. Zugleich versuchen der OB und die Kollegen vom Stadtplanungsamt, die Bevölkerung für die Großveranstaltung zu begeistern. Da passt was nicht.

© Schwäbische Post 29.05.2020 20:59
833 Leser
Ist dieser Artikel lesenswert?
Kommentar schreiben
Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare geschrieben.

Anmeldung zum E-Mail-Newsletter aus der Redaktion

Die wichtigsten und interessantesten Meldungen des aktuellen Tages aus der Redaktion direkt in Ihr E-Mail-Postfach – täglich und kostenlos jeden Abend.

Jetzt kostenlos anmelden

Aktuelle Meldungen direkt auf Ihr Handy