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Zum Artikel „Gänsedreck: Bürger beschweren sich“:

Dass die Gemeinde Rainau-Buch auch nur nach dem Motto lebt „Geld stinkt nicht“, davon konnte ich mich am Sonntag am Bucher Stausee überzeugen. Was hier alles gemacht wird, nur um noch mehr Leute herzuziehen und die Natur noch mehr zu verdrängen, ist einfach nur widerlich. Das Ganze hat mit einem Wildvogelparadies nur noch wenig zu tun, vielmehr kommt man sich vor wie in einem Vergnügungspark. Aber, wie gesagt: Geld stinkt nicht, im Gegensatz zum Vogeldreck. Vielleicht einfach mal nachdenken, wer zuerst da war und wessen natürlicher Lebensraum so ein See ist.

© Schwäbische Post 03.06.2020 20:17
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Sehr geehrter Herr Welt,

ich bin erst Ende 2010 hierhergezogen und schätzte den See für Erholungsspaziergänge und Beobachtungen der Vögel und der Fauna. Wie Sie schreiben, beobachte ich seit Jahren die Vermarktung dieses Sees. In Wikipedia ist er folgendermasse beschrieben:

"Naturschutzgebiet
Das im südöstlichen Teil gelegene Vorhaltebecken (auch: Rückhaltebecken, Vorbecken) sowie dessen Uferzonen und Jagsteinlauf ist seit 30. Juli 1990 durch Verordnung des Regierungspräsidiums Stuttgart als Naturschutzgebiet „Vorbecken Buch“ (Schutzgebiets-Nummer 1166) ausgewiesen. Das Gebiet hat eine Fläche von 11,2 Hektar. Durch den Erwerb von umliegenden Wiesenstücken konnte das NSG sukzessive erweitert werden, was 1999 durch Ausheben von Tümpeln und periodisch wasserführenden Wiesen unterschiedlicher Tiefe seinen Höhepunkt fand.Das Gebiet soll hauptsächlich als Brut-, Durchzugs- und Überwinterungsquartier für Vögel dienen und erfüllt diesen Zweck eindrucksvoll. Zuvor dort nicht nachgewiesene Arten können nun in schöner Regelmäßigkeit beobachtet werden. Auch die Anzahl und Vielfalt an Brutvögeln ist von überregionaler Bedeutung. So gehört seit Jahren unter anderem Kiebitze (Vanellus vanellus) und Flussregenpfeifer (Charadrius dubius) zum festen Bestand an Brutvögeln.

Seit der Verschlickung wird das Gebiet auch während der Herbst- und Frühjahrszeit von Zugvögeln, darunter speziell Limikolen (Watvögel) häufig und stark frequentiert. Mehr als 20 verschiedene Limikolenarten wurden bereits nachgewiesen, darunter seltene Arten wie der Temminckstrandläufer (Calidris temminckii), das Thorshühnchen (Phalaropus lobatus) oder der Teichwasserläufer (Tringa stagnatilis).

Auch als Überwinterungsgebiet ist der Bucher Stausee ein wichtiger Pfeiler in der Region: Gänsesäger (Mergus merganser), Reiherente (Aythya fuligula), Tafelente (Aythya ferina), Krickente (Anas crecca), Löffelente (Anas clypeata), Spießente (Anas acuta), Pfeifente (Anas penelope), Schnatterente (Anas strepera), Stockente (Anas plathyrynchos) sowie Schellente (Bucephala clangula) sind regelmäßig vertreten".

Seit einigen Jahren stelle auch ich mit Entsetzen fest, wie der Bucher Stausee als "Erholungsgebiet" der neuen, modernen Eventart genutzt wird. Veranstaltungen um den Kiosk, jedes Wochenende von Firmen, die dort für sich Werbung machen und mit Losziehungen, Blasmusik Spaß verbreiten und Massen anlocken. Die Gemeinde Rainau-Buch verdient daran um ihre leere Gemeindekasse aufzufüllen.  Die Bar mit"Copacabana-flair und Cocktails und brasilianischer Musik...brauchen wir in einem Naturschutzgebiet NICHT. Bespassung, Lärm und am Wochende für Erholungssuchende nicht mehr zu besuchen. Gott sei Dank kam Corona und es waren bisher keine derartigen Veranstaltungen in diesem Jahr möglich. Um ehrlich zu sein, Herr Welt: Am schönsten ist es im Spätherbst und Winter.  Es ist schade um den Bucher Stausee, der als Naturschutzgebiet ausgewiesen ist, überall Tafeln zur Information hängen, letztendlich aber in den nächsten Jahren, da bin ich mir sicher, zum Event-See verkommt und alles was dort zum Schutz der Natur für Vögel als Brutstätte und andere Lebewesen aufgebaut wurde, vernichtet wird. 

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