Querpass

Wie Fußball – nur mit Würfel

  • über kubanische Kreativität in der Corona-Krise Christian Kern Foto: Christian Kern
Ohne Zweifel: Als Fußballer ist Lukas Podolski überragend. Als Interviewpartner eher überfordert. Der Wahl-Kölner schoss am Mikrofon das ein oder andere Eigentor. Das bekannteste, das man ihm zuschreibt: „Fußball ist wie Schach – nur ohne Würfel.“ Na gut, Podolski hatte den Satz nie gesagt. Jan Böhmermann legte ihm die Worte in den Mund.

Was das nun alles mit Kuba zu tun hat? Dort ist vor ein paar Tagen die Baseball-Saison zu Ende gegangen. Es gab knappe Partien, viele Emotionen und einen Sensationssieger. Wie Fußball eben – nur mit Würfel. Die Ergebnisse wurden ausgewürfelt. Wortwörtlich. Vertreter der Teams, Fans oder Spieler traten gegeneinander an. Zwei Würfel, best-of-three. Ein Dreierpasch gewinnt, eine doppelte Fünf verliert. Ansonsten entscheidet die höhere Augenzahl.Die Folgen: eine zusammengewürfelte Tabelle. Resultate mit viel Glück und wenig Können. Wie genial ist das denn? Beim Corona-Kick in der Bundesliga wird hingegen Bayern wieder Meister. Langweilig! Was nach Kuba möglich wäre: Schalke holt den Pott. Berlin kommt in die Champions League. Endlich ist klar, was die Doppel-Sechs bedeutet. Vielleicht schafft der HSV sogar den Aufstieg. Aber nein: Mit den Reform-Legastenikern der DFL bleibt alles beim Alten. Blöd nur, dass das Hygienekonzept zu funktionieren scheint, der Meister auf dem Rasen ausgespielt wird. Damit sind die Würfel wohl gefallen. Schade.
© Südwest Presse 05.06.2020 07:45
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