Land am Rand

Weltentdecker im Metallrohr

Wenn Retter mal nichts zu tun haben, gibt es wenigstens noch die Einjährigen. Neulich etwa in Backnang: Dort musste die Feuerwehr ein eingeklemmtes Kind aus einem Metallrohr befreien. Der Junge hat das Malheur unverletzt überstanden. Laut Polizei war der Einjährige in das Rohr, das von einem alten Gartenzaun übrig war, gekrabbelt und steckengeblieben. Das muss ein Riesenschreck gewesen sein. Die Feuerwehr wusste aber, was gebraucht wird: Seife. Mit dem Zaubermittel konnte der unternehmungslustige Knirps schnell aus dem Rohr gezogen werden.

So viel Abenteuerlust traut man einem Einjährigen gar nicht zu. Kaum aus dem Buggy raus, schon im nächsten Metallrohr verschwunden. Der Kleine hat das Entdecker-Gen, er macht seinen stolzen Eltern bestimmt noch viel Freude.

Aber auch die Einjährigen anderer Eltern sind einfallsreich. In Köln-Porz war einer mit solchem Feuereifer am Spielen, dass er am Ende mit dem Kopf unter der Armlehne eines Plastikstuhls feststeckte. Die Mutter konnte nichts ausrichten, aber natürlich die Feuerwehr: In Handarbeit wurde die Lehne auseinandergedrückt, der Kopf des Buben konnte behutsam herausgezogen werden. Ganz ohne Blessuren.

In Bremerhaven blieb ein Einjähriger mit einem Bein in einer Europalette stecken. Wieder musste die Feuerwehr ran, die Eltern konnten das Kind zwar beruhigen, aber nicht befreien. Das erledigten die Retter mit einer Säge. Sicherheitshalber kam der Kleine ins Krankenhaus zur Untersuchung. Nicht ganz ungefährlich, das Entdecken der Welt. Alfred Wiedemann
© Südwest Presse 05.06.2020 07:45
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