Tonnenweise Chemikalien gehortet

Geständiger Dieb erhält Bewährungsstrafe und muss 150 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten.
Für den Diebstahl von etlichen Tonnen gefährlicher und giftiger Chemikalien hat das Landgericht Karlsruhe einen Laboranten zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Bewährung sei für den 46-Jährigen möglich, weil er ein Geständnis abgelegt und bereits sechs Monate in Untersuchungshaft gesessen habe, sagte der Vorsitzende Richter Ralf Kraus am Donnerstag.

Die Freiheitsstrafe von einem Jahr und elf Monaten entspricht den Anträgen von Staatsanwaltschaft und Verteidigung. Als Bewährungsauflage muss der Mann, der von Hartz IV lebt und nach eigenen Angaben keine Arbeit mehr findet, 150 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten.

Das Gericht glaubte ihm, rein aus Freude an Experimenten und am Sammeln von Chemikalien gehandelt zu haben. Strafmildernd wirkten sich auch Versäumnisse seines damaligen Arbeitgebers, des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT), bei der Überwachung von Einkauf und Lagerung der Chemikalien aus.

Der 46-Jährige hatte zugegeben, im KIT zwischen 2009 und 2014 Chemikalien und Gerätschaften gestohlen zu haben. Darunter befanden sich neben Zyankali auch Brom-, Quecksilber- und viele weitere Verbindungen.

Experten holten 2014 einschließlich der Behälter rund 25 Tonnen aus dem Elternhaus des Mannes und einem Keller in Eppingen (Kreis Heilbronn). Der Fall hatte für Aufsehen weit über den Ort hinaus gesorgt. dpa
© Südwest Presse 05.06.2020 07:45
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