Kommentar Nina Jeglinski zur Abstimmung des Bundesrates

Zeit zum Handeln

  • Nina Jeglinski Foto: Fotograf: MOZ
Seit Jahrzehnten sind die erbärmlichen Zustände in der Schweinezucht bekannt. Bereits vor Jahren erging ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts, die qualvolle Kastenhaltung für Säue schnell zu beenden. Doch es hat sich nichts geändert. Die Tiere werden weiter in engen Käfigen gehalten, ohne Platz, um sich umzudrehen oder auszustrecken.

Vorschläge für mehr Tierwohl werden in immer neuen Papieren veröffentlicht, Konsequenzen aber gibt es keine. Auch andere Gerichte wurden aktiv und haben den Gesetzgeber mehrfach dazu aufgefordert, die Zustände in Schweinezuchtbetrieben zu verbessern, zuletzt das Oberverwaltungsgericht Sachsen-Anhalts im Jahr 2015.

Bereits zum wiederholten Mal will der Bundesrat heute über eine Änderung der Kastenhaltung abstimmen. Ob es aber zu einem Ergebnis kommt, ist fraglich. Vor allem die Bundesländer mit Beteiligung der Grünen wollen tatsächliche Verbesserungen.

Die Politiker stehen nun in der Pflicht. Immer mehr Bürger fordern eine artgerechtere Haltung von Tieren. Umweltschützer setzen sich für europaweite artgerechte Standards in der Tierhaltung ein. Und auch die Europäische Union hat es sich mit der Ausrufung des Green Deal zur Aufgabe gemacht, einheitliche Tierwohlstandards einzuführen. Wer diese Vorgaben ernst nimmt, der muss nun endlich handeln.
© Südwest Presse 05.06.2020 07:45
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