Kommentar André Bochow über Verbrechen an Kindern

Nur noch Verzweiflung

  • André Bochow Foto: Thomas Koehler/photothek.net
Ganze fünf Jahre alt ist einer der Jungen. Die anderen beiden sind zehn und zwölf. Erwachsene Männer hatten sich organisiert, um sich an den Kindern in einer Art und Weise sexuell zu vergehen, die selbst Ermittler nicht ertrugen, die schon viel gesehen haben. Die Kinder wurden physisch und psychisch gequält. Wer hat sich ausgedacht, von „Missbrauch“ zu reden? Nein, das ist schlimmste Folter. Wieder einmal. Denn in Münster wurde nun schon das dritte Verbrecher-Netzwerk dieser Art allein in Nordrhein-Westfalen aufgedeckt. Netzwerke! Im Internet verabreden sich die Folterer und sadistischen Voyeure, verkaufen ihre Opfer und zeigen die Filme von ihren Untaten. Es sind die Väter, Stiefväter, Onkel der gequälten Kinder darunter.

Aber warum hat das alles niemand bemerkt? Klar, man sieht den Tätern das Bestialische nicht an. Doch im näheren Umfeld wurde bewusst weggeschaut. Wieder hat auch mindestens ein Jugendamt versagt. Die Polizei hat dafür immer öfter Erfolg bei ihren Ermittlungen. Das ist ein gutes Zeichen und erst recht ein Grund zu verzweifeln. Denn wir erfahren: Es gibt noch viel mehr Opfer, als wir dachten.
© Südwest Presse 09.06.2020 07:45
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Kommentare

Frieder Kohler

Nur noch Verzweiflung? So weit kann man(n/frau) gar nicht laufen, wie man ko.... könnte! Zur Erinnerung:"Der Missbrauchsfall in Lügde wird zunehmend auch zu einer Polizeiaffäre: Wie der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul (CDU) mitteilte, sind aus Räumen der Kriminalpolizei Beweisstücke verschwunden. Ein Koffer und eine Hülle mit etwa 155 Datenträgern würden seit mehreren Wochen in der Kreispolizeibehörde Lippe vermisst, so Reul. Er habe deswegen ein Team aus Sonderermittlern eingesetzt. Reul sprach von Polizeiversagen, er sei fassungslos.....weiter in https://www.spiegel.de/panorama/justiz/luegde-beweismittel-bei-der-polizei-verschwunden-a-1254495.html :

"Es geht offenbar auch um mehrfache Schlamperei. Der Raum, in dem sich die Asservate befanden, sei nicht wie vorgeschrieben abgesichert gewesen. Der Polizeibeamte, der das Material gesichtet habe, sei außerdem dafür gar nicht ausreichend qualifiziert gewesen, sagte Landeskriminaldirektor Dieter Schürmann dem SPIEGEL."

"Da staunt der Laie und der Fachmann wundert sich" - wurde die Dienststelle nur umorganisiert?

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