Corona-Warn-App startet am Dienstag

Nach Verzögerungen können Nutzer ein Handy-Programm installieren, das den Kontakt zu Infizierten anzeigt – gerade rechtzeitig zur Reise-Saison.
  • Gedränge am Strand von Barcelona: Zahlreiche Spanier nutzten am Wochenende das gute Wetter, um endlich wieder die Sonne zu genießen. Die Quarantänepflicht für Auslandsbesucher endet am 21. Juni, dann sind auch Urlaubsreisen nach Spanien wieder möglich. Foto: Emilio Morenatti/AP/dpa
Die offizielle Corona-Warn-App des Bundes wird am Dienstag vorgestellt. Letzte Tests seien gut verlaufen, hieß es. Bereits am Montagabend soll die Anwendung zur Warnung vor Corona-Infektionen in den Stores von Google und Apple zum Herunterladen bereitstehen.

Mit der App sollen die Corona-Infektionsketten besser erkannt werden. Sie soll dafür sorgen, dass bei einer Lockerung für das öffentliche Leben die Ausbreitung des Coronavirus nicht wieder stark ansteigt. Besitzer von Smartphones neueren Baujahrs können freiwillig entscheiden, ob sie die Warn-App installieren wollen oder nicht. Sie kann auch nachträglich wieder deaktiviert oder deinstalliert werden. Die App misst über den Kurzstreckenfunk Bluetooth, ob sich Anwender der App über einen Zeitraum von 15 Minuten oder länger näher als ungefähr zwei Meter gekommen sind. Wird ein Nutzer positiv auf Covid-19 getestet und teilt diese Information in der App, werden die anderen Anwender informiert, dass sie sich in der Vergangenheit in der Nähe einer infizierten Person aufgehalten haben.

Der Start war ursprünglich für Ende April geplant. Nun kommt die neue Technologie gerade noch rechtzeitig zum Abbau einer bedeutenden Corona-Beschränkung: Von Montag an können Urlauber aus Deutschland wieder in insgesamt 27 Länder in Europa aufbrechen. Außerdem enden in zwei Bundesländern – Thüringen und Brandenburg – die Kontaktbeschränkungen.

Kanzleramtsminister Helge Braun warnte vor den Infektionsgefahren durch die Urlaubssaison. „Wenn Urlaubsrückkehrer aus einem Hotspot sich in ganz Deutschland verteilen würden und wir die Infektionsketten nicht erkennen könnten: Dann kommen wir sehr schnell wieder in eine Situation, in der wir bundesweite Maßnahmen ergreifen müssten“, sagte der CDU-Politiker der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. dpa

Kommentar und Südwestumschau
© Südwest Presse 15.06.2020 07:45
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