Debatte über Polizei gefordert

Schwarze Abgeordnete kritisieren Ausweichen der Innenminister.
Die beiden schwarzen Abgeordneten Aminata Touré (Grüne) und Karamba Diaby (SPD) haben den Innenministern der Länder vorgeworfen, sich nicht einer kritischen Debatte über Rassismus innerhalb der Polizei zu stellen. Sie finde es „krass, dass es so schwer ist, eine kritische Diskussion über Rassismus in der Polizei zu führen“, sagte Touré, die Landtagsvizepräsidentin aus Schleswig-Holstein, dem „Tagesspiegel am Sonntag“. Wenn die Innenminister dieser Debatte auswichen, „ignorieren sie nicht nur die Erfahrungen von vielen Menschen mit Migrationsgeschichte, sondern tun auch der Gesellschaft keinen Gefallen“.

Missstände, die es auch in der Polizei gebe, müssten benannt werden, forderte Diaby: „Die NSU-Morde, der Tod von Oury Jalloh in der Polizeizelle in Dessau vor 15 Jahren, das sind doch bittere Realitäten in diesem Land.“

Neuer Vorfall in Atlanta

In den USA hat unterdessen der Tod eines weiteren Afroamerikaners bei einem Polizeieinsatz die Stimmung weiter angeheizt. In Atlanta im Bundesstaat Georgia steckten Demonstranten ein Schnellrestaurant in Brand, vor dem der 27-Jährige von einem Polizisten niedergeschossen worden war. Mindestens 36 Menschen seien bei Protesten festgenommen worden. Atlantas Polizeichefin Erika Shields trat zurück, der Beamte, der auf den Mann geschossen hatte, wurde entlassen. epd/dpa

Themen des Tages Seite 2
© Südwest Presse 15.06.2020 07:45
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