Kommentar Thomas Gotthardt über Thomas Müllers Medienschelte

Zu einfach gemacht

  • schreibt über .... Vorname Name Foto: Müller
Wer nach den personellen Umbrüchen der vergangenen Monate beim FC Bayern tatsächlich das Sagen hat, das ist spätestens nach dem vergangenen Wochenende klar: Hasan Salihamidzic.

Mit einer kleinen, aber sehr feinen Aktion hat der ehemalige Profi den Klub-Kompass neu justiert. Es bedarf nicht mehr der schützenden Hand von Ex-Managers Uli Hoeneß. Salihamidzic, seit Herbst 2017 als Nachfolger von Matthias Sammer im Amt und dabei eher selten ernst genommen, nimmt die Dinge nun selbst in die Hand.

Müller hatte unter der Woche zum Thema Neuzugänge bei Bayern in TV-Mikrofone gesagt, es sei paradox, wenn man immer über Neuzugänge spricht und gleichzeitig Gehälter eingespart werden. Darauf hin wurde der Ex-Nationalspieler vom Sportdirektor öffentlich gerüffelt. Prompt distanzierte sich Müller von seiner Aussage mit einer fragwürdigen Begründung: Die Medien hätten das „provokativ und geschichtsfortführend“ interpretiert. Er wollte nur sagen, „dass es mich genervt hat, dass ich dazu befragt wurde nach einem Pokal-Halbfinale“.

Egal wie und warum: Es ist ein starkes Stück, den Medien die Schuld zuzuschreiben, um selbst sauber rauszukommen aus dem Zweikampf mit Salihamidzic. Damit spielte Müller ohne Not denjenigen in die Hände, die ständig „fake news“ brüllen und erkennbare Realitäten ignorieren. Da war der Herr Müller schon mal kreativer.
© Südwest Presse 15.06.2020 07:45
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