„Magische Händchen“ fehlt

Titelverteidiger TTF Ochsenhausen muss 1. FC Saarbrücken zur ersten deutschen Geister-Meisterschaft gratulieren.
  • Gedämpfter Jubel mit Maske: Die Tischtennisspieler des 1. FC Saarbrücken nach ihrer ersten deutschen Meisterschaft. Foto: Benjamin Lau/Eibner
Hugo Calderano kann vieles. Beispielsweise den Zauberwürfel innerhalb von zwölf Sekunden lösen. Doch eines vermochte der Sechste der Tischtennis-Weltrangliste am Sonntag trotz seiner flinken „magischen Hände“ nicht: Im Finale der Tischtennis-Bundesliga musste sich der Spitzenspieler der TTF Ochsenhausen sowohl Patrick Franziska (2:3) als auch im letzten Einzel des Tages Shang Kun (0:3) geschlagen geben.

Damit verpasste der Titelverteidiger und Double-Gewinner der vorigen Saison den erneuten Gewinn der deutschen Meisterschaft. Das Team von Trainer Dmitrij Mazunov musste sich dem 1. FC Saarbrücken mit 1:3 geschlagen geben. Auch beim Pokalfinale Anfang des Jahres waren die Oberschwaben leer ausgegangen. Hier hatten sie sich Außenseiter ASV Grünwettersbach geschlagen geben müssen.

Die Saarländer sind der erste „Geister-Meister“ der Tischtennis-Geschichte. Wegen der Corona-Pandemie wurde das Endspiel in Frankfurt ohne Zuschauer ausgetragen. Es wurde zum historischen Ereignis. Erstmals in seiner Vereinsgeschichte holte sich der 1. FC Saarbrücken TT den Titel. „Nach der Niederlage im vergangenen Jahr hatte die Mannschaft ein paar Tage zu kämpfen“, räumte Franziska ein, die deutsche Nummer drei hinter Timo Boll und Dimitrij Ovtcharov. „Aber wir haben beschlossen, in dieser Saison voll anzugreifen. Diesen unbedingten Siegeswillen haben wir auch jetzt im Finale gezeigt.“

Nach seinem Sieg gegen Calderano und Shan Kuns 3:1 gegen Simon Gauzy führte Saarbrücken mit 2:0. Doch das hatte nichts zu bedeuten. Auch im Halbfinale gegen Borussia Düsseldorf war Ochsenhausen 0:2 hintengelegen – und drehte die Partie zum 3:2.

Auch im Endspiel hätte es ein solches Szenario geben können. Jakub Dyjas (zurück nach Polen), der Ochsenhausen ebenso wie Stefan Fegerl (Bergneustadt), Vladimir Sidorenko und Coach Mazunov (beide TTC Neu-Ulm) verlassen wird, brachte mit seinem 3:1 gegen Darko Jorgic die Oberschwaben wieder heran. Doch anders als drei Tage zuvor im Halbfinale, als Calderano mit einem starken Auftritt Timo Boll bezwang, fand der Brasilianer nicht zu seinem gewohnt sicheren Händchen zurück. Gegen Shang Kun verlor er glatt mit 0:3. Damit stand Saarbrückens 3:1-Erfolg fest.

Dass der Jubel Corona-bedingt nicht ganz so ausgelassen ausfiel wie sonst, sollte nicht täuschen. „Es ist unglaublich, wir sind Deutscher Meister. Aber wenn man auf die ganze Saison blickt, dann ist dieser Erfolg auch verdient“, war der Sportliche Leiter Erwin Berg überglücklich. gek
© Südwest Presse 15.06.2020 07:45
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