Strobl: Täter besser identifizieren

Der Innenminister will personalisierte Tickets für Stadien, um nach Schmähgesängen besser ermitteln zu können.
Innenminister Thomas Strobl (CDU) regt personalisierte Tickets für Zuschauer im Profi-Fußball an, um Täter nach Schmähgesängen besser ermitteln zu können. „Es ist absolut inakzeptabel, wenn bei Fußballspielen Rassismus offen zutage tritt, wenn völlig unschuldige Menschen traktiert werden, nur weil sie anderer Herkunft oder Hautfarbe sind“, sagte Strobl.

Die Innenminister müssten auf ihrer Konferenz vom 17. bis zum 19. Juni in Erfurt darüber sprechen, ob Eintrittskarten für Fußballspiele in den Profiligen künftig nur noch personalisiert ausgegeben werden dürften. „Das Risiko, als Täter erwischt zu werden und spürbare strafrechtliche Sanktionen auferlegt zu bekommen, war und ist eines der besten Mittel, um Straftaten zu verhindern“, sagte Strobl. Bislang könnten die Täter nur schwer ausgemacht werden.

Das Ministerium erklärte, es lägen zwar meistens Videoaufnahmen der Tatverdächtigen vor. Die Täter könnten jedoch nicht oder nur schwer identifiziert werden. Manchmal seien sie vermummt, oder aufgehängte Transparente verdeckten die Personen. Eine Arbeitsgruppe solle das Thema personalisierte Tickets prüfen.

FDP-Fraktionschef Hans-Ulrich Rülke kritisierte, der Vorstoß offenbare „ein Denken, das von überwachungsstaatlichem Misstrauen getrieben ist“. Er sieht darin eine Gefahr für den Datenschutz. dpa
© Südwest Presse 15.06.2020 07:45
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