Börsenparkett

Auf dem Boden der Tatsachen

Am Mittwoch spricht US-Notenbank-Chef Jerome Powell aus, was jeder an der Börse weiß und zuletzt ignoriert hat. Weshalb die Kurse auch im Dax seit dem Tief Mitte März und rund 50 Prozent zugelegt haben. „Powell hat es geschafft, die Anleger auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen, indem er auf das verheerende Ausmaß der Pandemie erinnerte“, sagt Claudia Windt von der Landesbank Hessen-Thüringen. Die USA erlebten den größten wirtschaftlichen Schock, an den man sich erinnern könne. Bis 2022 ist jede Zinserhöhung ausgeschlossen. In Europa und weltweit sieht es wegen der Corona-Pandemie nicht besser aus.

Einen Tag später sind Powells Worte fast schon wieder vergessen. Der Dax steigt zeitweise auf knapp 12 200 Punkte bevor er zum Handelsschluss doch auf unter 12 000 abrutscht. Gegenüber dem Schluss der Vorwoche ist es ein deutlicher Dämpfer von fast 7 Prozent. Börsianer und Anleger scheinen die Lage wieder realistischer und vorsichtiger einzuschätzen.

Die Notenbanken und die Regierungen stellen derzeit Billionen zur Überwindung der Krise bereit. Das ist Geld, das nicht nur an gebeutelte Unternehmen fließt, sondern auch nach Anlagemöglichkeiten sucht. „Auf die kommenden Jahre bleiben Aktien trotz der Ernüchterung in dieser Woche vielversprechende Anlagen, insbesondere im Vergleich zu anderen Anlagemöglichkeiten“, sagt Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank. „Die kommenden Wochen werden wieder von deutlich besseren Wirtschaftsdaten geprägt sein.“ Rolf Obertreis
© Südwest Presse 15.06.2020 07:45
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