Frust über Bon-Pflicht bleibt

Widerstand gegen Kassenzettel-Ausgabe verstummt nicht. Ämter erlauben kaum Ausnahmen.
Gut ein halbes Jahr nach Einführung der Bonpflicht sehen Verbände den Zwang zum Aushändigen eines Belegs immer noch kritisch. „Die Bonpflicht war und ist überflüssig“, sagte ein Sprecher des Handelsverbands Deutschland (HDE). Sie sorge für Mehraufwand, dem kein zusätzlicher Nutzen gegenüberstehe. An den Kassen des Einzelhandels verzichteten die meisten Kunden darauf, ihre Bons mitzunehmen.

In der Gastronomie hatte die Bonpflicht unterschiedliche Konsequenzen für die Betreiber. Für klassische Restaurants und Hotels sei das Aushändigen von Bons nichts Neues, hieß es vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga). Anders sei das für Betreiber an Orten, an denen in kurzer Zeit viele Umsätze mit jeweils relativ kleinen Beträgen gemacht würden, wie in Kneipen, Cafés und Imbissen. Die verpflichtende Ausgabe für alle Betriebe sei deshalb bürokratisch, teuer und überflüssig, vor allem dann, wenn fälschungssichere Kassen genutzt würden.

„Auf beiden Seiten der Verkaufstheke herrscht Frust“, erklärte der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks. Die Bonpflicht sei in ihrer derzeitigen Ausgestaltung nach wie vor ein großes Ärgernis. Sehr viele Bäcker stellten einen Antrag auf Befreiung von der Belegausgabepflicht. Diese Anträge wurden fast ausnahmslos abgelehnt. dpa
© Südwest Presse 15.06.2020 07:45
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