Europa-League-Finale in Köln

Nordrhein-Westfalen erhält von der Uefa den Zuschlag fürs Corona-Turnier. Die Austragung der Champions League geht an Lissabon. Nach einem Vereinswechsel müssen Neuzugänge im August pausieren.
  • Großer Fußball vor kleiner Kulisse: Ähnlich wie beim Bundesliga-Geisterspiel zwischen dem 1. FC Köln und Union Berlin könnte es in der K.o.-Runde der Europa League aussehen. Foto: Martin Meissner/AP/Pool/dpa
Europapokal-Finals in Deutschland und Portugal, vier EM-Festspiele in München und das Comeback der Nationalmannschaft – nach wochenlanger Corona-Tristesse hat die Europäische Fußball-Union ihren außergewöhnlichen Terminkalender für die kommenden Monate festgezurrt. Und verbreitet leise Hoffnung auf die Rückkehr der Fans rechtzeitig zu den Saison-Höhepunkten. „Momentan“, sagte Uefa-Präsident Aleksander Ceferin nach der Sitzung des Exekutivkomitees am Mittwoch, könne er sich keine Zuschauer in den Stadien vorstellen. „Aber da sich die Situation tagtäglich ändert, warten wir ab.“

Die Champions-League-Saison wird ab dem Viertelfinale in Turnierform fortgesetzt, und zwar vom 12. bis 23. August in Lissabon. Nahezu zeitgleich, vom 10. bis 21. August, wird das Finalturnier der Europa League in Nordrhein-Westfalen ausgetragen. Spielorte sind Düsseldorf, Duisburg, Gelsenkirchen und Köln.

„Ich bin hoch erfreut, dass wir fast alle Wettbewerbe fortführen können“, sagte Ceferin. „Der Fußball kehrt in das normale Leben zurück.“

Das Endspiel der Champions League wird am 23. August im Estadio da Luz von Benfica Lissabon stattfinden. Der ursprünglich vorgesehene Gastgeber Istanbul darf nun das Endspiel 2021 ausrichten, damit ist München mit der Allianz Arena nicht mehr Austragungsort für das Finale 2022, sondern für 2023.

Wo die noch ausstehenden Partien der Achtelfinals in beiden Wettbewerben stattfinden, wird noch entschieden – möglicherweise zentral an einem Ort. Der FC Bayern München gewann sein Hinspiel beim FC Chelsea mit 3:0. RB Leipzig steht bereits im Viertelfinale.

Durch die Vergabe des Blitzturniers der Europa League nach Nordrhein-Westfalen steigt erstmals seit fünf Jahren wieder ein europäisches Endspiel in Deutschland. Noch im Wettbewerb vertreten sind Eintracht Frankfurt und der VfL Wolfsburg, die im Achtelfinale aber Rückstände aufholen müssen, sowie Bayer Leverkusen. Die Werkself blickt nach einem 3:1 im Hinspiel bei den Glasgow Rangers schon vorsichtig auf die Finalrunde „fast daheim“.

Eine weitere Entscheidung fiel, was die Spielberechtigung von wechselwilligen Akteuren betrifft. Neueinkäufe in diesem Sommer sind in der heißen Phase des Europapokals nicht spielberechtigt. Zum Beispiel darf der FC Bayern in der K.o.-Runde der Königsklasse den vom FC Schalke 04 verpflichteten Torwart Alexander Nübel nicht einsetzen. Auch Leroy Sané wäre im Falle eines Transfers von Manchester City nicht für die Münchner spielberechtigt, sehr wohl aber für die Citizens. Timo Werner dürfte, sofern er von RB Leipzig zum FC Chelsea wechseln sollte, nicht für die Blues im noch ausstehenden Achtelfinal-Rückspiel gegen die Bayern mitwirken.

Die Entscheidung für oder gegen Fans im Stadion will die Uefa spätestens Ende Juni treffen. Das sei natürlich auch abhängig von der Einschätzung der Behörden, sagte Ceferin, der mit Blick auf den Terminkalender zudem betonte: „Wir haben noch keinen Grund für einen „Plan B“, aber wir schauen uns die Situation praktisch täglich an.“

EM 2021 in zwölf Städten

Bei der um ein Jahr verschobenen Europameisterschaft bleibt alles beim Alten. Durch die Verschiebung um ein Jahr hatten alle EM-Gastgeber ihre Verfügbarkeit im Sommer 2021 zunächst prüfen müssen. Als Austragungsstätten wurden neben München auch Amsterdam, Baku, Bilbao, Bukarest, Budapest, Kopenhagen, Dublin, Glasgow, Rom, Sankt Petersburg und London bestätigt. Das DFB-Team spielt in der Gruppe F in München gegen Weltmeister Frankreich (15. Juni), Titelverteidiger Portugal (19. Juni) sowie einen Gewinner der Playoffs (23. Juni). Zudem findet in der Allianz Arena eine Viertellfina-Begegnung statt.

DFB-Präsident Fritz Keller bewertete die Wahl, dass alle Ausrichter dabei bleiben, als „Zeichen der Hoffnung und des Zusammenhalts in herausfordernden Zeiten“. Das Ziel ist das Finale am 11. Juli 2021 im Londoner Wembley-Stadion. dpa
© Südwest Presse 18.06.2020 07:45
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