1331 Infizierte bei Tönnies

Nach Virus-Ausbruch verspricht Minister Altmaier strengere Vorschriften.
Die Zahl der Corona-Infizierten in der Tönnies-Fleischfabrik in Rheda-Wiedenbrück ist auf 1331 gestiegen. Dies teilte der Kreis Gütersloh am Sonntag mit. Die Zahl der positiven Befunde sei „außerhalb der Zerlegung deutlich niedriger als in diesem Betriebsteil“, hieß es weiter.

In den vier Krankenhäusern im Landkreis werden derzeit 21 Covid-19-Patienten stationär behandelt. Davon liegen sechs Personen auf der Intensivstation, zwei von ihnen müssen beatmet werden. Fünf der sechs sind Tönnies-Beschäftigte.

Für einen Lockdown, also das massive Runterfahren des öffentlichen Lebens, sehen die Behörden im Kreis Gütersloh derzeit keinen Grund. Es gebe zwar „ein enormes Pandemie-Risiko“, sagte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Sonntag. Das Infektionsgeschehen sei aber klar bei der Firma Tönnies lokalisierbar, und es gebe keinen „signifikanten Übersprung“ hinein in die Bevölkerung. In der ostwestfälischen Stadt Verl verhängten die örtlichen Behörden jedoch eine Quarantäne über mehrere Häuserblocks. Dort leben mehrere Tönnies-Vertragsarbeiter, bei denen das Virus festgestellt wurde.

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) kritisierte die Missstände bei Tönnies und kündigte an, dass die Bundesregierung die Vorgaben für die „Unterbringung und die Arbeitsbedignugen“ der Mitarbeiter verschärfen wolle. mg/dpa

Blick in die Welt
© Südwest Presse 22.06.2020 07:45
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