Eigentlich kann nichts mehr schiefgehen

Nach dem 6:0 in Nürnberg, dem zweiten Kantersieg in Folge, ist die Bundesliga-Rückkehr fast perfekt.
  • Silas Wamangituka und der VfB: obenauf in Nürnberg. Foto: Daniel Karmann/dpa
Das Spiel des VfB Stuttgart im Nürnberger Max-Morlock-Stadion war so gut wie beendet – da wurde plötzlich vor Freude geschrien. Nicht nur, weil die Partie beim Club eine klare Angelegenheit war. Sondern vor allem, weil dieses 6:0 praktisch den Aufstieg bedeutete.

Die Kunde vom Heidenheimer Siegtreffer gegen den Hamburger SV hatte sich rasend schnell verbreitet. Als dann die Partie gegen den Club abgepfiffen wurde, drosch VfB-Trainer Pellegrino Matarazzo vor Freude einen Ball ins weite Rund.

Vor einer Woche hatte der VfB beim 1:2 gegen den Karlsruher SC noch komplett enttäuscht. Es folgten das 5:1 gegen den SV Sandhausen und nun das 6:0 gegen den 1. FC Nürnberg – und damit der fast sichere Bundesliga-Aufstieg.

„Zum Gratulieren ist es noch zu früh“, sagte Mittelfeldspieler Philipp Klement zwar, doch auch er wusste, dass im Grunde nichts mehr schiefgehen kann bei der Rückkehr in Liga eins: „Wir können alle zumindest ein bisschen rechnen“, grinste er. „Jetzt wollen wir es auch vollenden.“ Wie nun gefeiert wird, wurde Klement noch gefragt. Seine Antwort: „Wir werden es nicht übertreiben.“

Was dem VfB im Vergleich zu den schwächeren Auftritten der Saison anzumerken ist: der Wille, im Saisonfinale nicht noch mehr herzuschenken und stattdessen die Fehler der Kontrahenten gnadenlos zu bestrafen. Mit Konsequenz, etwas mehr Aggressivität und Kaltschnäuzigkeit. Erstmals zu sehen war das schon nach zehn Minuten. Silas Wamangituka schnappte Georg Margreitter den Ball weg und schob überlegt zum 1:0 ein.

Das VfB-Team legte nach. Atakan Karazor drosch in der 26. Minute die Kugel humorlos ins Netz – das 2:0 war das erste Saisontor des zentralen Abwehrspielers. Auch das: eine nette Geschichte – die ebenfalls noch besser wurde. Einerseits, weil Karazor in der zweiten Hälfte noch einen zweiten Treffer zum 5:0 (63.) nachlegte. Andererseits, weil noch ein anderer seine Torpremiere für den VfB hinlegte. Sasa Kalajdzic, der lange verletzte Österreicher, erzielte das 3:0 (41.) selbst und bereitete das 4:0 von Nicolas Gonzalez (52.) vor. Der Argentinier traf in der 76. Minute auch noch zum 6:0.

So war das Duell der Traditionsklubs schnell eine klare Angelegenheit, der VfB nutzte die eklatanten Defensivschwächen der Nürnberger aus – und kann nun beginnen, für die Bundesliga zu planen. Carlos Ubina
© Südwest Presse 22.06.2020 07:45
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