Religion wieder auf den Lehrplan

Verbände kritisieren, dass das Fach in der Corona-Krise oftmals nicht mehr unterrichtet wird.
An vielen Schulen in Baden-Württemberg fällt derzeit der Religionsunterricht aus – das sorgt zunehmend für Unmut. „Ich habe große Sorgen um unser Fach“, sagt die evangelische Schuldekanin Amrei Steinfort aus Balingen. Derzeit hänge es sehr vom Schulleiter ab, ob das Fach als wichtig angesehen werde.

„Im aktuellen Schulbetrieb, der aufgrund der Corona-Pandemie leider eingeschränkt ist, müssen wir uns auf die Kernfächer konzentrieren“, erklärte indes eine Ministeriumssprecherin in Stuttgart. „Das sind in den Grundschulen Deutsch, Mathematik sowie Sachkunde; in den weiterführenden Schulen sind dies Deutsch, Mathematik, Fremdsprachen sowie weitere Fächer, je nach dem, wie viele Kapazitäten vor Ort zur Verfügung stehen.“

Die beiden Fachverbände evangelischer Religionslehrer in Baden und Württemberg forderten Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) dazu auf, dass das Fach im kommenden Schuljahr in allen Stundentafeln berücksichtigt werde: Für den Religionsunterricht dürften keine anderen Regeln gelten als für andere Fächer, „zumal er nach Artikel 18 unserer Landesverfassung eigens hervorgehoben wird“. Gerade in Corona-Zeiten sei das Fach wichtig, weil Kinder und Jugendliche dort ihre Sorgen thematisieren könnten.

Der katholische Bischof von Rottenburg-Stuttgart, Gebhard Fürst, kommt zu einem ähnlichen Ergebnis. Er setze sich auch dafür ein, dass „der Religionsunterricht so schnell wie möglich wieder in vollem Umfang erteilt werden kann“. dpa
© Südwest Presse 22.06.2020 07:45
Ist dieser Artikel lesenswert?
Kommentar schreiben
Zu diesem Artikel wurden noch keine Kommentare geschrieben.

Anmeldung zum E-Mail-Newsletter aus der Redaktion

Die wichtigsten und interessantesten Meldungen des aktuellen Tages aus der Redaktion direkt in Ihr E-Mail-Postfach – täglich und kostenlos jeden Abend.

Jetzt kostenlos anmelden

Aktuelle Meldungen direkt auf Ihr Handy