Börsenparkett

Deutschlands Ruf beschädigt

Es ist einer der größten , wenn nicht der größte Skandal im Deutschen Aktienindex Dax verbunden mit einem beispiellosen Kurssturz. Am Mittwoch ging die Aktie des Zahlungsdienstleisters Wirecard mit 104 EUR aus dem Handel, bis Freitag stürzte sie zeitweise auf nur noch 20 EUR. Nicht vorgelegte Bilanzen, vor allem aber drastische Betrügereien erschüttern den einstigen Börsenstar aus Bayern. Das Ganze ist auch ein Schlag für den Dax und beschädigt den Ruf des Standortes Deutschland. Wie kann ein solches Unternehmen immer noch im Kreis der 30 größten deutschen Konzerne vertreten sein? Offenbar lässt das Regelwerk der Börse den sofortigen Rausschmiss nicht zu.

Im Gegensatz zur Lufthansa. Da wird mit Spannung die außerordentliche Hauptversammlung am Donnerstag erwartet. Geht das staatliche Rettungspaket nicht durch, droht die Zahlungsunfähigkeit.

Bei all den Turbulenzen hat sich der Dax in der abgelaufenen Woche erstaunlich gut entwickelt. Die Angst der Investoren vor dem Coronavirus sei abgeflaut, sagt Markus Wallner von der Commerzbank. Dazu kommen weitere Lockerungen in Europa, die Geldpolitik bleibt extrem großzügig. Alternativen zu Aktien bleiben rar. Dabei sind die Risiken mit Blick auf einen fehlenden Brexit-Vertrag und Handelskonflikte auch abgesehen von Corona weiter beträchtlich. Wenig Aufwärtspotential sehen deshalb viele Auguren für das zweite Halbjahr. Rolf Obertreis
© Südwest Presse 22.06.2020 07:45
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