Lesermeinung

Zum Thema Digitalisierung im Bildungsbereich:

Unser Landtagsabgeordneter Winfried Mack zeigt Aktionismus: im Januar die Veranstaltung „Digitalisierung an Aalener Schulen“ an einem Gymnasium – und nun der „Digitale Bildungskongress“ in Kooperation mit Hochschule und einem kommerziellen Anbieter. Herr Mack empfiehlt sich als Kümmerer, der die Rahmenbedingungen schaffen will, „damit niemand … abgehängt wird“. Die Resonanz zeigt, wie dringlich das Thema ist. Aber das hektische Gebaren von ihm kann nicht über die Versäumnisse seiner Parteifreunde und Parteifreundinnen Strobl und Eisenmann hinwegtäuschen. Diese beiden verantworten die mangelhaften Fortschritte in der digitalen Infrastruktur (Ministerium für Inneres und Digitalisierung, CDU-geführt) und in der schulischen Weiterentwicklung (Kultusministerium, CDU-geführt). Nach dem Scheitern der Lernplattform „Ella“, dem Prestigeprojekt der Kultusministerin, gibt es derzeit nur Stückwerk und massenhaft Einzellösungen, mit denen sich alle im Bildungsbereich herumschlagen müssen. Es herrscht tief greifende Frustration. Hat sich Herr Mack in Stuttgart um strukturelle Veränderungen und Lösungen bemüht? Oder greift er das Thema jetzt auf, weil kommendes Frühjahr Wahlen ins Haus stehen und die schwarzen Ministerien unter starkem Beschuss stehen? Doch was nützen zwei Imageveranstaltungen? Die Leidtragenden sind nicht nur unsere Kinder, die Eltern und die Lehrkräfte, sondern die Gesellschaft insgesamt. Ein dauerhaftes, ehrliches Engagement mit vorzeigbaren Ergebnissen wäre der richtige Weg!

© Schwäbische Post 22.06.2020 15:25
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