Lesermeinung

Zum Leserbrief von Binia Wippenbeck: „Aber bitte auf Augenhöhe“ vom 24. Juni 2020

Liebe Frau Wippenbeck, Sie schreiben: „Auf Augenhöhe“ miteinander zu kommunizieren heißt, die Bedürfnisse und Wertvorstellungen der Anderen zu akzeptieren, auch wenn sie in der Minderheit sind.“

Dieser Satz klingt mir wie blanker Hohn. Wo haben die Gegner des Radfahrens auf der Schätteretrasse je die Bedürfnisse und Wertvorstellungen der Menschen auf dem Rad akzeptiert? Es gibt nur ein Dauer-Veto, ein ‘Wehret den Anfängen’, ein Feindbild von rasanten Bikern, absurdeste Alternativvorschläge. Niemand beschneidet Ihr Recht, auf der Schättere spazieren zu dürfen. Wie können Sie aber für sich selbst absolute Ungestörtheit fordern und gleichzeitig allen Radfahrern jegliches Recht auf irgendwas verweigern? Sie sind schließlich nicht allein auf der Welt.

Versuchen Sie es doch einmal, positiv an die Sache heranzugehen. Zählen Sie alle Radfahrer, die Sie antreffen und machen Sie eine Strichliste: rücksichtsvolle Radfahrer – rücksichtslose Radfahrer. Sie werden feststellen, dass Ihre gefühlten Zahlen von den tatsächlichen Zahlen stark abweichen.

Ich meinerseits beobachte: Die meisten Fußgänger grüßen freundlich zurück und freuen sich, wenn man sich bei ihnen dafür bedankt, dass sie kurz mal Platz gemacht haben. Ich hoffe, Sie gehören auch zu denen.

© Schwäbische Post 28.06.2020 20:52
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