Kunstvolles von Hund, Katze, Maus

Münchner Schau zeigt Tiere, die den Menschen schon seit der Antike begleiten, in Alltag und Mythos.
  • Ein „Jagdhund mit Beute“ in der Glyptothek in München. Foto: Glyptothek München/dpa
Der Umgang mit Tieren ist heute oft nicht anders als in alten Zeiten, in manchen Bereichen aber doch sehr verschieden. Das zeigt die Sonderschau „Hund, Katze, Maus. Tiere in Alltag und Mythos“ in den Staatlichen Antikensammlungen in München. Dort sind bis 10. Januar 2021 an die 330 Beispiele aus der griechischen, etruskischen und römischen Antike zu sehen.

In den Vitrinen lassen sich mehr als 40 Tierarten entdecken. Darstellungen finden sich auf Gefäßen und Geräten, auf Waffen, Kleidung und Bauwerken, auf Opfergaben und Schmuck, und heben damit den Gegenstand weit über das Alltägliche hinaus. Vasenbilder oder Skulpturen an Gräbern zeigen vor allem Löwen, Rinder und Pferde, die einst auf den Reichtum, die Tapferkeit und die Macht der aristokratischen Führungsschicht verwiesen.

Für die meisten Menschen des Altertums waren Tiere in erster Linie Nutzvieh. Deren Produkte wie Wolle, Milch und Leder wurden im Alltag benötigt, ebenso die Arbeitskraft, etwa von Pflugochsen.

Schlangen als Mäusefänger

Tiere galten auch als Bindeglieder zwischen Menschen und Göttern, man schlachtete viele von ihnen nur für religiöse Festlichkeiten. Das sich daran anschließende Festmahl war für viele Menschen eine seltene Gelegenheit, Fleisch zu essen.

Ein Überleben ohne Tiere war in der Antike unmöglich. Deshalb tauchen sie im Alltag überall auf: als Löwenmaske an Wasserspeiern, als Widderköpfe an Trinkhörnern, als Fischmuster in Tellern, als kleine Bronzestiere für Weihegaben, als winzige Mäuse mit Kuchenkrümeln auf Altären, um die Schädlinge von Kornvorräten abzuhalten. Zu ihrer Bekämpfung wurden damals Schlangen eingesetzt, Katzen kamen erst in römischer Zeit aus Ägypten.

Besonders anrührend ist das Relief einer marmornen Grabstele aus Athen von 320 vor Christus. Es zeigt ein Mädchen mit Puppe vor einer Gans, die verdeutlicht, dass die Verstorbene ein Kleinkind gewesen ist. Jeder antike Haushalt hielt sich Haustiere, die oft Kindern als Spielgefährten dienten. kna
© Südwest Presse 03.07.2020 07:45
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