FCH wirft alles rein: Traum von der Bundesliga lebt weiter

Der 1. FC Heidenheim präsentiert sich als unangenehmer Gegner für Favorit Werder Bremen. Nach dem 0:0 im Hinspiel ist alles offen.
  • Umkämpfte Partie: Heidenheims Kevin Sessa (links), der am Donnerstagabend im Weserstadion überraschend in der Startformation stand, und Bremens Davy Klaassen in Aktion. Foto: Martin Meissner/AP POOL/dpa
FC Heidenheim hat sich eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel in der Relegation erarbeitet. Am Donnerstagabend erreichte der FCH ein 0:0 beim großen Favoriten Werder Bremen, dem Bundesliga-16. Der Zweitliga-Dritte darf damit weiter vom ersten Aufstieg in die Fußball-Bundesliga träumen.

Nicht nur verteidigen, sondern sich auch mal etwas trauen, den Weg nach vorne suchen. Dieses Ziel hatte FCH-Coach Trainer Frank Schmidt seinen Schützlingen mit auf den Weg in diese Begegnung gegeben. Die Spieler setzten die Vorgaben ihres Chefs dann sofort um. Heidenheim griff in den ersten Minuten mutig an, attackierte die Bremer mitunter in deren eigener Hälfte.

Werder entzog sich den Attacken so gut es ging, konnte aber erstmal keine nennenswerten Chancen erzwingen, weil die konzentrierte Defensive der Gäste in den entscheidenden Momenten immer wieder eingriff und den Gegner weit vom Tor weghielt.

Der FCH betrieb bei teilweise strömendem Gewitterregen im Weserstadion einen hohen läuferischen Aufwand, agierte über weite Strecken mit konsequenter Manndeckung, hatte die Angelegenheit gut im Griff.

Heidenheim-Coach Schmidt hatte mit seiner Aufstellung überrascht: Im offensiven Mittelfeld bot er den erst 19 Jahre alten Kevin Sessa auf. Er hatte in der abgelaufenen Zweitligarunde gerade einmal 15 Einsätze erhalten. Eine mutige Entscheidung. Sessa machte seine Sache jedoch gut.

Den Hausherren, bei denen der lange verletzte Torjäger Niklas Füllkrug dabei war, fiel nicht viel ein. Sebastian Griesbeck schränkte die Kreise von Bremens Ideengeber Yuya Osako ein, in der Zentrale profitierte Heidenheim von der Ballsicherheit Niklas Dorschs.

Immer wieder setzte der FCH dann auch mal „Nadelstiche“, suchte zielstrebig den Abschluss. Über rechts etwa marschierte Maurice Multhaup unentwegt. Angreifer Tim Kleindienst scheiterte an Bremens Torwart Jiri Pavlenka, Multhaup vergab nach schönem Solo zu überhastet.

Von der der Seitenlinie aus versuchte Trainer Frank Schmidt wie sein Kollege Florian Kohfeldt, auf das Spielgeschehen Einfluss zu nehmen. Die Anspannung in dieser so wegweisenden ersten Relegationspartie war deutlich zu spüren. Das 0:0 zur Pause ging in Ordnung.

Nach dem Seitenwechsel machte der FCH da weiter, wo er nach 45 Minuten aufgehört hatte. Das Schmidt-Team beschränkte sich weitgehend auf die Absicherung des eigenen Strafraums. Es blieb aufmerksam, unterband Werders Aufbauspiel, zwang die Bremer zu Rückpässen. Keine Frage: Das war eine reife Leistung der Heidenheimer, die erstmals in die Bundesliga aufsteigen möchten. Einziges Manko: Den Gästen unterliefen zu viele vermeidbare Foulspiele in der Nähe des eigenen 16-Meter-Raums. Die folgenden Freistöße vermochten die Bremer, die aus dem Spiel heraus kam etwas zustande brachten, allerdings zum Glück für den FCH nicht zu nutzen.

Und so gab es kaum Torchancen auf beiden Seiten. Bei Werder versuchte es der eingewechselte Fin Bartels, dessen Schuss FCH-Schlussmann Kevon Müller sicher festhielt. Es blieb ein zähes Ringen, in dem sich beide Mannschaften nichts schenkten, um jeden Meter des immer tiefer werden Bodens kämpften. Beim FCH kam dann nach 71 Minute Routinier Marc Schnatterer aufs Feld, wohl auch um das Offensivspiel zu beleben, häufiger für Entlastung zu sorgen. Timo Beermann hätte in der Nachspielzeit tatsächlich den Heidenheimer Siegtreffer machen können. Doch sein Kopfball flog knapp am Tor vorbei. Es blieb beim 0:0.

„Wir haben eine disziplinierte Leistung gezeigt. Ein Rad hat ins andere gegriffen“, sagte FCH-Coach Schmidt auf DAZN nach dem Spiel.

Info Das entscheidende Rückspiel findet am kommenden Montag statt (20.30 Uhr/DAZN/Amazon prime)
© Südwest Presse 03.07.2020 07:45
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