Agrarminister gegen Kompromiss

Der Vorschlag der Grünen geht Peter Hauk zu weit. Kleine Betriebe hätten das Nachsehen.
Der Bundesrat will noch vor der Sommerpause eine tierfreundlichere Sauenhaltung auf den Weg bringen. Der Kompromissvorschlag der Grünen könnte eine Mehrheit bekommen, doch Baden-Württembergs Agrarminister Peter Hauk (CDU) lehnt ihn bisher ab. „Wir können bei diesem Vorschlag so nicht mehr mitgehen. Er wäre der Todesstoß für die Sauenhaltung in Baden-Württemberg.“

Die geforderten fünf Quadratmeter pro Muttersau im Deckzentrum seien „pure Ideologie“, das habe nichts mehr mit Tierschutz zu tun, sagte Hauk. „Die neue Forderung übersteigt sogar die Anforderungen an die Biohaltung.“ Eine solche Vorgabe überfordere die vielen kleinen und mittelständischen Familienbetriebe in Baden-Württemberg komplett.

Die angekündigten Förderprogramme des Bundes seien lediglich für die Massenbetrieben in Niedersachsen, Schleswig-Holstein oder Nordrhein-Westfalen mit großen Flächen eine Hilfe. Hauk: „Für unsere kleinen Betriebe bringt das nichts. Sie fallen durchs Raster.“

Von seiner Parteikollegin, der Bundesagrarministerin Julia Klöckner, die das Konzept unterstützt, hat sich Hauk mehr erhofft. „Ich bin von Frau Klöckner maßlos enttäuscht. Ich hätte mir da deutlich mehr erwartet.“ Mit der abermaligen Verschärfung sei nun „eine rote Linie überschritten“. Klaus Wieschemeyer
© Südwest Presse 03.07.2020 07:45
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