Schuhabstreifer – Willkommensgruß am Eingang

Fußmatten vor der Haustür sind vor allem zweckmäßig, aber auch beliebte Motivträger.
  • Schuhe säubern und den Hauseingang verzieren. Manchen Türmatten gelingt beides. Foto: Kristina Schirmer/Laupheimer Kokosweberei/dpa

Für die einen sind sie schlichte Fußabtreter, andere betrachten sie als Modeartikel und wechseln sie regelmäßig. Fußmatten sind jedoch zweifellos ein Blickfang vor der Haustüre.

Langweilige Matten in Grau, Schwarz oder Braun werden tendenziell weniger, sterben aber wohl niemals aus. „Es wird immer Leute geben, die eine Türmatte allein wegen ihrer Funktionalität kaufen und nicht wegen ihres Designs“, sagt Alexander Josef Pietrowski, Inhaber von traummatten.de. „Aber die Matten wurden generell in den letzten Jahren bunter, vielfältiger und individueller“, kann er berichten. „Geometrische Muster, Tiermotive und Stadtansichten sind beliebt. Auch Sprüche.“

Lange gab es einen Trend hin zu individuellen Stücken, die etwas über den Besitzer aussagen. „Aber das ebbt ab, ist wohl vielen zu anstrengend. Zumal ja heutzutage alles individualisiert werden kann, von der Kaffeetasse bis zum Müsli“, vermutet Pietrowski.

Material vor Individualität

Die meisten in Deutschland verkauften Fußmatten sind aus Kunststoff, ihre Rückseiten aus PVC oder Gummi. Aber Türmatten aus dem Naturmaterial Kokos sind ebenfalls gefragt – zumal auch bei diesen Produkten viele Kunden inzwischen auf Umweltfreundlichkeit achten.

Allerdings sollte man sich erkundigen, ob die Wunsch-Matte wirklich Produkt einer umweltfreundlichen Produktion unter fairen Bedingungen ist. Die Kokosmatten haben einen praktischen Vorteil: Die robusten Fasern bürsten die Sohlen ab. Diese Materialvariante gibt es zudem ebenfalls in vielen Ausführungen, „im natürlichen Look, aber auch in vielen verschiedenen Designs“, erklärt Ingo Buchmann von der Laupheimer Kokosweberei. Er rät, Kokosmatten erst hinter die erste Gebäudetür zu legen; oder zumindest so, dass sie vor direkter Sonneneinstrahlung und Regen geschützt ist. Dann halte sich das Naturmaterial wesentlich länger.

Reinigung in der Waschmaschine

Bei feuchter Witterung treten die Materialeigenschaften der Matten stärker in den Vordergrund. Fußmatten sollten daher saugfähig sein und sich gut reinigen lassen. „Die meisten Fußmatten kann man ohne Probleme in die Waschmaschine stecken“, erklärt Pietrowski. Hier sollte man auf die Waschinformationen der Hersteller achten.

Kokosmatten werden einfach ausgeklopft, denn bei ihnen bleibt der grobe Schmutz auf der Oberfläche liegen, und feine Teile werden von den Fasern aufgenommen. Trotzdem halten Kokosmatten nicht so lange wie Matten aus Kunststoff oder Gummi, alle drei bis vier Jahre ist eine neue fällig. Beachten sollte man bei der Wahl auch die Schonung der Schuhe: „Es gibt zum Beispiel Matten mit Gitterrosten, die zwar den Schmutz von den Schuhen gut entfernen, für feine Lederschuhe aber Gift sind“, erklärt Claudia Schulz vom Deutschen Schuhinstitut in Offenbach.

Der Trend geht ohnehin zur Zweit- oder Drittmatte. Viele Menschen wechseln ihre Türmatten sogar je nach Jahreszeit. Im Frühjahr sind bunte, fröhliche Farbtöne beliebt, im Herbst eher dunklere. „Sogar weihnachtliche Motive gibt es, sie sind sehr beliebt“, berichtet Branchenkenner Pietrowski. dpa

© Schwäbische Post 03.07.2020 16:23
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