Kommentar Stefan Kegel zur neuen Regierung in Frankreich

Mann der Visionen

  • Stefan Kegel Foto: Thomas Koehler/photothek.net
Man kann Emmanuel Macron einiges vorwerfen; der Mangel an Visionen und politischem Gespür gehört nicht dazu. Mit der Regierungsumbildung in Paris will der französische Präsident nach einigen innenpolitischen Dämpfern wieder das Heft des Handelns übernehmen.

Auch Macron weiß, dass nach der gesundheitlichen Krise infolge der Corona-Pandemie der wirtschaftliche Abschwung gerade erst beginnt. Zwar liefern die großen Unternehmen jetzt noch Aufträge aus der Vor-Corona-Zeit aus. Aber seitdem sind wegen des weltweiten Einbruchs kaum neue hinzugekommen. Es wird mehr Arbeitslose geben, mehr Unmut. Und was gesellschaftliche Unzufriedenheit auslösen kann, hat ihm die Gelbwesten-Bewegung eindrücklich vor Augen geführt.

Das europäische Hilfspaket und eine gestärkte EU im Rücken, versucht der Präsident nun – mit neuem Personal, einer grünen Vision und dem Versprechen des Zuhörens – die Fehler von damals vergessen zu machen. Der Erfolg seiner Strategie wird maßgeblich bestimmen, ob Macron in zwei Jahren bei der Präsidentschaftswahl erneut als Sieger vom Platz geht.
© Südwest Presse 04.07.2020 07:45
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