DFB-Pokal

Das 13. Double ist perfekt

Mit dem 4:2-Erfolg gegen Bayer Leverkusen holt sich Bayern München zum 20. Mal den Cup. Nun peilt die Mannschaft von Trainer Hansi Flick das Triple an.
  • Pokal-Jubel im Konfetti-Regen: Der FC Bayern feiert das Double. Foto: Annegret Hilse/dpa
Die Münchner Doublesieger posierten bei der denkwürdigen Pokal-Party liebend gerne für Erinnerungsfotos mit Meisterschale und Pott. Vereinspatron Uli Hoeneß präsentierte sich in der Berliner Nacht in blendender Laune, Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge gab den in der Geister-Saison unbesiegbaren Champions neben Dankesworten einen sehnlichen Wunsch mit auf den Weg. „Das Schöne ist: Wir haben das Double und sind noch im dritten Wettbewerb“, sagte Rummenigge. Grölend und tanzend feierten die Cup-Helden in ihren „Dou13le“-T-Shirts.

Erstmal wird gefeiert

Meister, Pokalsieger – und jetzt die Champions League? Der von einer Champagner-Dusche durchnässte Erfolgscoach Hansi Flick, den seine Spieler wie 2013 den damaligen Triple-Trainer Jupp Heynckes hoch in die Luft warfen, mochte mitten im Double-Jubel nicht schon über die im August wiederbeginnende Königsklasse sinnieren. „Jetzt gibt es einfach nur Freude, dass wir das Double gewonnen haben“, sagte der 55-Jährige nach dem 4:2 gegen Bayer Leverkusen.

„Stolz“ und „absolut happy“ schenkte Flick seinen geschlauchten Trophäenjägern einen Extra-Tag Urlaub. „Die Mannschaft braucht es, mal abzuschalten, sich mental zu resetten und kann dann neue Energie bereitstellen“, sagte Flick. Die Energie fehlte am Sonntagmorgen, als einige Stars nach der kurzen Nacht ihre Augen hinter Sonnenbrillen verbargen. Eine Verschnaufpause haben auch der gefrustete Elfmeter-Torschütze Kai Havertz und dessen wieder einmal als „Vizekusener“ geschlagene Werkself dringend nötig.

So rauschend wie in früheren Pokal-Nächten ging es in Corona-Zeiten im festlichen Bankettsaal des Nobelhotels am Potsdamer Platz nicht zur Sache. Gebührend gefeiert wurde das 13. Double von Thomas Müller und seinen Kollegen aber allemal. Auch wenn es dieses Jahr nicht die traditionelle Rathausbalkon-Party am Marienplatz gibt.

30 Mal Meister, nun 20 Mal Pokalsieger – Rummenigge stieß gerne mit „einem guten Glas“ auf den 50. nationalen Titel dieser Art an. „Ihr habt eine unglaubliche Saison gespielt“, schwärmte der Vorstandschef und erinnerte an das historische Triple. „Macht es unaufgeregt. Alle, die 2013 schon dabei waren, wissen, dass es ein langer und schwieriger Weg ist. Aber wenn ich euch in den letzten Wochen und Monaten so beobachtet habe, ist es ein Weg, der möglich ist.“

Zweimal Robert Lewandowski, der seine Rekordzahl in Pokalendspielen auf acht und die Pflichtspieltreffer in dieser Saison auf 51 hochschraubte, ein Traum-Freistoß von Alaba und ein Tor von Serge Gnabry sorgten im leeren Olympia-Stadion nur kurzzeitig dafür, dass die Wehmut über fehlende Fans in den Hintergrund rückte. „Es ist echt ein bisschen ein trauriger Moment“, sagte Müller. „Ich hatte eine nachdenkliche Minute bei der Siegerehrung.“

Mit den Schwierigkeiten der Corona-Krise kamen die Bayern am besten zurecht. Elf Siege in elf Spielen lautet die perfekte Bilanz, die im August mit der Königsklasse und dem Finalziel am 23. August in Lissabon ihre Fortsetzung finden soll. „Wir werden uns auf jeden Fall top vorbereiten und geben unser Bestes, das Triple zu holen“, versprach Kapitän Manuel Neuer. dpa
© Südwest Presse 06.07.2020 07:45
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