Hessen beruft Sonderermittler für Polizei

Innenminister reagiert auf Drohmails mit internen Informationen.
Der hessische Innenminister Peter Beuth (CDU) hat einen Sonderermittler im Fall der „NSU 2.0“-Drohmails ernannt. Der Direktor der Kriminaldirektion im Polizeipräsidium Frankfurt am Main, Hanspeter Mener, soll die Ermittlungen federführend übernehmen.

„Der Sonderermittler wird die bisherigen Ermittlungen zu den Drohmails sehr genau analysieren und mit einem neuen Blick auch neue Ermittlungsansätze einbringen“, erklärte Beuth. Ziel sei es, den oder die Täter aus der Anonymität zu holen. „Diese Ermittlungen haben höchste Priorität und werden mit allem Nachdruck geführt“, erklärte Beuth. Er bezeichnete Mener als „erfahrenen und führungsstarken Kripo-Mann“.

Die hessische Linken-Fraktionschefin Janine Wissler hatte in den vergangenen Monaten mehrmals Drohschreiben mit dem Absender „NSU 2.0“ erhalten. Auch bei der Linken-Bundestagsabgeordneten Martina Renner und die Linken-Fraktionschefin im Berliner Abgeordnetenhaus, Anne Helm, seien solche Schreiben eingegangen berichtete die Berliner „Tageszeitung“. Die Schreiben an die Politikerinnen enthielten persönliche, öffentlich nicht bekannte Informationen. Möglicherweise wurden die Daten von einem Polizeicomputer abgefragt. Minister Beuth sagte, dies nähre den Verdacht eines rechtsextremen Netzwerks in der hessischen Polizei. afp

Kommentar und Themen des Tages Seite 2
© Südwest Presse 11.07.2020 07:45
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