Querpass

Zu kurz gesprintet

  • über einen vermeintlichen Fabel-Weltrekord Gerold Knehr Foto: Gerold Knehr
Lug und Trug gibt's in vielen Bereichen. Wieso sollte der Sport eine Ausnahme sein? Es soll Radsportler geben, die mit einem heimlich verbauten E-Motor an einem Rennen teilgenommen haben. Manch ein Hobbygolfer „vergisst“ schon mal, einen Schlag zu zählen, oder der Marathon-Läufer nimmt hier und da eine Abkürzung.

Die ehrlichste Disziplin, lässt man die Doping-Problematik außer Betracht, ist der Sprint. Die 100-Meter-Strecke führt schnurstracks geradeaus. Schummeln ist unmöglich. Bei der doppelt so langen Strecke sieht es schon wieder anders aus. Das bekam jetzt Noah Lyles, der amtierende Weltmeister über 200 Meter, zu spüren. Bei den „Inspiration Games“, einem Ersatzwettbewerb für das ausgefallene Diamond-League-Meeting in Zürich, leuchtete die 18,91 auf, als er in Florida die Ziellinie überlief. In der Ergebnisliste wurde die Zeit sogar auf 18,90 Sekunden korrigiert. Das waren 0,60 Sekunden über seiner Bestleistung und 29 Hundertstel Sekunden weniger als beim seit 2009 gültigen Weltrekord von Usain Bolt. Wow!

Manchen kam das nicht ganz geheuer vor. Also wurde die Strecke nachgemessen. Heraus kam, dass Lyles nicht 200, sondern nur 185 Meter gelaufen war. Nicht in betrügerischer Absicht, wohlgemerkt. Man hatte ihn beim Start in der Kurve auf eine falsche Bahn gestellt. Lyles sollte sich künftig mehr auf die 100 Meter konzentrieren...
© Südwest Presse 11.07.2020 07:45
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