Kommentar Alexander Bögelein zu den Forderungen des BDI zum Brexit

Nur zum Teil schmerzhaft

  • Alexander Bögelein Foto: Martin Ebert
Je mehr die Zeit verrinnt, desto drastischer werden die Worte: Dass der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Joachim Lang, eindringlich vor den Folgen eines Brexits ohne Abkommen warnt und 42 Forderungen an die EU und Großbritannien stellt, ist seine Aufgabe als Lobbyist.

Allein, es wird nichts bringen. Großbritannien ist aus der EU ausgetreten und wird den gemeinsamen europäischen Markt zum Ende des Jahres verlassen – wohl ohne Abkommen. Dass es bisher keine Annäherung gegeben hat, liegt ja nicht an einem Mangel an Gesprächen, sondern an dem tiefen Wunsch der Briten, ihren eigenen Weg zu gehen. Obendrein scheint für den britischen Premier das Wesen der Politik nicht vorrangig darin zu liegen, Kompromisse zu schließen.

Daher kommt es, wie es kommen muss: zu Zöllen, unterschiedlichen Standards und Behinderungen im Warenverkehr. Das wird in Einzelfällen deutsche Firmen schmerzhafte Einbußen bereiten. Doch die Briten wird ihre selbst gewählte Einsamkeit in der Welt sehr viel härter treffen als die EU.

Hierzulande haben viele Unternehmen bereits Alternativpläne geschmiedet. Sie nutzen zudem die alles überlagernde Corona-Pandemie, um ihr Geschäftsmodell zu überarbeiten und sich neu aufzustellen. Die Briten werden in den wenigsten Fällen eine Rolle spielen.
© Südwest Presse 11.07.2020 07:45
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