Bayern München

Stammplatz vergeben: Süles schwierige Rückkehr

Der Innenverteidiger arbeitet hart an seinem Comeback im Trikot von Bayern München. Eine monatelange Pause liegt hinter dem 24-jährigen Nationalspieler.
  • Arbeitet eisern an seinem Comeback: Niklas Süle vom FC Bayern München. Foto: Sven Hoppe
  • Am Boden: Im vergangenen Oktober verletzte sich Bayern Münchens Niklas Süle in einem Bundesliga-Spiel beim FC Augsburg schwer am Knie. Foto: Matthias Balk/dpa
  • Bereiten sich beide auf ihr Comeback vor: Bayern-Neuzugang Leroy Sane (links), der wie Niklas Süle einen Kreuzbandriss überstanden hat. Foto: Christof Stache/afp
David Alaba und Robert Lewandowski genießen die Sonne, Manuel Neuer feiert in Kroatien – nur Niklas Süle und Leroy Sane schieben an der Säbener Straße Extra-Schichten. Während die Kollegen nach einer harten Rückrunde in einem kurzen Urlaub die Beine hochlegen, steht für die lange verletzten Nationalspieler intensives Training an.

Millionen-Transfer Sané hat noch bis September Zeit, um in Form zu kommen. Süle will dagegen bis zur Wiederaufnahme der Champions-League-Saison im August voll einsatzfähig sein. Beim Pokalfinale in Berlin Anfang Juli gegen Bayer Leverkusen (4:2) hatte er ohne Einsatz schon einmal im Kader gestanden, doch der 24-Jährige will mehr: Süle will seinen Stammplatz in der Innenverteidigung zurück. Und zwar so schnell wie möglich.

Doch dies könnte erst einmal ein schwieriges Unterfangen werden. In den Monaten, in denen sich Süle nach einem im Oktober erlittenen Kreuzbandriss mühevoll zurückkämpfte, fand überraschend Rio-Weltmeister Jerome Boateng unter Trainer Hansi Flick zu alter Stärke zurück.

Neben David Alaba, der inzwischen zum Abwehrchef des Rekordmeister aufgestiegen ist, um den es allerdings Abwanderungsgerüchte gibt (Manchester City, FC Barcelona), ist Boateng längst wieder zu einer festen Größe in der Viererkette aufgestiegen. Dabei hatte Ehrenpräsident Uli Hoeneß dem 31-Jährigen im vergangenen Sommer noch den Abschied nahe gelegt. Derartige Stimmen gibt es nicht mehr. Boatengs Vertrag bei den Bayern läuft noch bis 2021.

Bis dahin wird es wohl einen erbitterten Kampf um einen Platz in der Münchner Innenverteidigung geben. Der Druck, der auf den Spielern lastet, ist groß – zumal Süle bei Bundestrainer Joachim Löw als Stütze der Abwehr fest eingeplant ist. Bei den Länderspielen im September rechnet Löw wieder mit Süle, spätestens bei der EM 2021 soll der Bayern-Profi der große Stabilisator der Nationalmannschaft sein.

Dafür unternimmt Süle gerade extrem viel. „Niklas hat nicht frei. Er wollte auch selbst trainieren, das finde ich gut. Er hat einiges nachzuholen“, sagte Flick. Die zehn Tage unter der Leitung von Fitness- und Rehatrainer Simon Martinello „tun ihm gut im Hinblick auf den Start für die Vorbereitungsphase auf die Champions League. Da ist er, denke ich, nochmal einen Schritt weiter.“

Sané, der einen Fünfjahresvertrag unterschrieben hat und bis zu 60 Millionen Euro Ablöse kostet, ist für die Königsklasse noch nicht spielberechtigt. Doch auch der 24-Jährige, der kürzlich noch für Manchester City sein Comeback gefeiert hatte, hat nach einem Kreuzbandriss noch Nachholbedarf.

Das eigentliche Ziel von Sané und Süle war vor Monaten noch die Europameisterschaft in diesem Sommer gewesen. Dass das Turnier wegen Corona verschoben wurde, passte beiden gut ins Konzept. „Ich würde lügen, wenn ich nicht zugeben würde, dass ich wichtige Zeit in der Reha gewonnen habe“, hatte Süle im einem Interview betont. Ein Einsatz bei der EM „wäre nach dieser schweren Verletzung ein Risiko gewesen“. So aber hätten „Spieler wie Leroy Sane und Niklas Süle genug Zeit“, unterstrich auch Löw, „wieder in Top-Verfassung zu kommen“. sid
© Südwest Presse 17.07.2020 07:45
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