Leserbeitrag von In my humble opinion

... ich verstehe nicht ...

Bei einigen Sachverhalten in den letzten Tagen habe ich so einige Verständnisprobleme: Liegt es an der Sache oder an der Darstellung im Artikel oder an mir?

Da sollen die Straßenbaumaßnahmen zum beginnenden Winter anlaufen und das gleichzeitig in der Ortsdurchfahrt Hussenhofen und der L 1075 ( Herlikofer Straße ), von der Bahnbrücke bis zum Ortsschild? Sicher haben sich einige Projekte in den vergangenen Jahren durch den jeweils ausgefallenen Winter zeitlich nicht blamiert, aber weiß der Winter das auch?

Und was ist mit einer Umleitung für alle die, die die L 1075 regelmäßig nach Gmünd und ins nordöstliche Umland befahren, und was ist mit dem ‚Rest‘ der Strecke vom Ortsschild Gmünd bis Herlikofen und dann auch bis Brainkofen, zieht das Land denn gleichzeitig mit?

Dann soll die Buchstraße ‚anwohnerfreundlich‘ umgestrickt werden ( das ist sicher gut, ist es jetzt nötig? ) und wie der Text sagt, als ‚Anliegerstraße‘. Und dann kommt man zum Fachmarktzentrum Ost nur noch über die B29 oder nur als ‚Anlüger‘?

Die Schmiedgassen sollen aufgewertet werden ( gut ), aber können wir uns mal darüber unterhalten, ob wir ‚Altstadt‘, ‚Kernstadt‘ oder ‚Innenstadt‘ sagen wollen?

Den Sägbock hat man der Zeit überlassen ( verfallen ) lassen, jetzt muss man in Not abreißen und die Fußgänger ebenerdig quer zum Verkehr zwingen – so kann man auch den Verkehr unauffällig ausbremsen, wenn man denn eine autofreie Alt-, Innen- oder Kernstadt haben möchte.

Aufwertung ( schön ), aber wie? Werten Wohnungen ein Straßenquartier auf? Wenn sie das ‚gewinnbringend‘ täten, warum haben die Eigentümer denn nicht schon längst dort anstelle von geschäftlichen Leerständen die Immobilien umgewidmet und bieten Wohnungen an?

Können dort andere Ladengeschäfte einziehen? Haben wir nicht auch sowieso ein Problem mit dem stationären Handel? Die Frage ist doch, wie die Kunden in die Stadt kommen, beziehungsweise ( und was eigentlich wichtiger ist ) mit den Einkäufen wieder nach Hause? Oder sollen die Kunden für 2 bis 4 Euro ins Parkhaus fahren, um dann zu erfahren, dass es das, was sie kaufen wollen, ( gerade ) nicht gibt, dass sie es vielleicht in einem versteckt liegenden Geschäft in einem Randbereich oder einem Teilort oder doch noch besser im Internet … mal fragen könnten? Natürlich ist es ein Henne-Ei-Problem, ohne Kunden lohnt sich kein Angebot und ohne Angebote gibt es keine Kunden. Etwas überspitzt: Es bestellt keiner im Internet, der die Ware in Gmünd zu guten Konditionen bei freundlichen Verkäufern und leichtem Transport nach Hause kriegen kann.

Helfen Events?
Sicher sind ‚Events‘ etwas für die Identifikation mit der Stadt, sie ziehen auch Besucher an, aber was bringen Events in ‚Heller und Pfennig‘ ein? Meine Erinnerung sagt mir, dass alle solchen Events in der Vergangenheit in Euro und Cent abgerechnet dann Defizite ausgewiesen haben, verbrämt durch ein ‚… aber es macht Gmünd bekannt und dann kommen irgendwann auch die Kunden in die Stadt …‘. Das ist gehofft, gewünscht, geglaubt, aber nicht bewiesen. Sicher kommen sie, zum nächsten Event, aber warum sollten Menschen von außerhalb nach Gmünd kommen, wenn sie im Prinzip hier nur die gleichen Franchise- und Kettengeschäfte, das gleiche Angebot zu gleichen Preisen wie selber zu Hause oder in einer anderen Stadt in der Nähe haben?

Ob man diese Abwärtsspirale durch Events umkehren kann, wage ich zu bezweifeln, ebenso wenig durch Bäume ( so gut sie für das Klima sein mögen ) oder Anliegerstraßen und auch nicht durch viele Radwege.

Ideen sind gefragt – und aus meiner Sicht muss der Handel da vordenken – und die Verwaltung, was das Kommen, Parken und Gehen betrifft. Gibt es was zu kaufen, kommen die Kunden.

© In my humble opinion 22.07.2020 13:16
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Kommentare

Stadtverwaltung Schwäbisch Gmünd Projekt BIWAQ - Christine Hüttma

In my humble opinion schrieb am 30.07.2020 um 01:54


Vielen Dank für die Klarstellung.
Ich verstehe allerdings nicht, warum die Buchstraße als Abkürzung für den Berufsverkehr dienen sollte. Woher kommt denn der Verkehr, der sich in der Buchstraße staut? Ich erinnere mich noch, dass es hieß: „Wenn wir den Tunnel haben, haben wir auch in der Stadt keinen Stau mehr.“

In my humble opinion

Stadtverwaltung Schwäbisch Gmünd Projekt BIWAQ - Christine Hüttma schrieb am 28.07.2020 um 09:52Die Bezeichnung "Anliegerstraße" für die Buchstraße ist fraglos missverständlich ...
... Aktuell dient die Buchstraße allen als Notnagel, die glauben insbesondere im Berufsverkehr die schnelle Abkürzung via Buchstraße nehmen zu können. ...


Vielen Dank für die Klarstellung.
Ich verstehe allerdings nicht, warum die Buchstraße als Abkürzung für den Berufsverkehr dienen sollte. Woher kommt denn der Verkehr, der sich in der Buchstraße staut? Ich erinnere mich noch, dass es hieß: „Wenn wir den Tunnel haben, haben wir auch in der Stadt keinen Stau mehr.“

Stadtverwaltung Schwäbisch Gmünd Projekt BIWAQ - Christine Hüttma

Dear IN MY HUMBLE OPINION, 

Die Bezeichnung "Anliegerstraße" für die Buchstraße ist fraglos missverständlich, gemeint ist dabei aber nicht, dass niemand mehr im PKW zu Baumärkten oder Geschäften fahren darf, der nicht in der Oststadt wohnt. Vielmehr sollten vor allem Zulieferfahrzeuge, LKWs etc. bei Nachfrage eine klare Lieferadresse in der Oststadt belegen können. Ziel dabei ist es, insbesondere den LKW-Verkehr gerade größerer Tonnage aus der Buchstraße fernzuhalten.

Aktuell dient die Buchstraße allen als Notnagel, die glauben insbesondere im Berufsverkehr die schnelle Abkürzung via Buchstraße nehmen zu können. Dies ist übrigens ein Irrtum, der sich nachmittags täglich speziell im Rückstau vom Glocke-Kreisel bis zur Buchauffahrt verifizieren lässt! Thomas Schäfer, Sprecher Stadtteilforum Ost 

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