Kommentar Petra Walheim zum Urteil von Freiburg

Leid und Schuld

  • Petra Walheim. Foto: SWP
Endlich ist der Vergewaltigungs-Prozess in Freiburg zu Ende. Nach über einem Jahr. Die Täter sind verurteilt, müssen zum Teil mehrjährige Haftstrafen absitzen. Ob die Frau, die Opfer dieser Männer geworden ist und für die der Prozess sicher eine Tortur war, jetzt beginnen kann, Abstand zu gewinnen und die seelischen Wunden heilen zu lassen, ist ungewiss. Die Männer haben ihr Leben zerstört, und es ist ihr zu wünschen, dass sie einen Weg findet, mit dem Geschehenen ihren Frieden zu machen.

Bei allem menschlichen Leid hat dieser Fall aber auch eine politische Dimension. Dass die Mehrheit der Männer, die die Frau vergewaltigt haben, Flüchtlinge sind, hat einmal mehr diejenigen bestätigt, die schon immer wussten, dass alle Flüchtlinge Verbrecher sind – was definitiv nicht so ist. Für alle rechtschaffenen Zuwanderer ist es daher wichtig, dass die Vergewaltiger und ihre Helfershelfer nun verurteilt wurden. Richter Stephan Bürgelin fand klare Worte: Sie müssten ihr Leben ändern, mahnte er. Möglicherweise ist es dafür schon zu spät. Aber vielleicht haben sie wenigstens verstanden, welches Leid sie verursacht haben.
© Südwest Presse 24.07.2020 07:45
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